• Veröffentlichungsdatum: 16.11.2017

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  • 575 Wörter

Mit Stolz und Zuversicht in die neuen Zeiten

Reinhard Sulzberger

Mit der Umsetzung der Reform "Landesverteidigung 21.1" hat für die Luftstreitkräfte ein neues Zeitalter begonnen. Aus dem „Teilstab Luft“ des Streitkräfteführungskommandos wurde ein Kommando der oberen Führung - das Kommando Luftstreitkräfte unter Kommando von Brigadier Mag. Karl Gruber, der vom Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, Mag. Hans Peter Doskozil mit der Führung beauftragt wurde. Durch diese neue Gliederung der Österreichischen Luftstreitkräfte ist es möglich, Luftfahrzeuge schnell und effektiv zum Einsatz zu bringen.

Das Kommando Luftstreitkräfte hat seinen Sitz in Wals-Siezenheim bei Salzburg und führt den Materialstab Luft in Wien und Zeltweg, das Kommando Luftraumüberwachung in Salzburg, das Kommando Luftunterstützung in Hörsching und die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule in Langenlebarn. Als Kommando der oberen Führung übernimmt es die Verantwortung für die operative und obere taktische Führung, die Flugsicherheit und ein umfassendes Qualitätsmanagement, das Budget sowie die Ausbildungsplanung der Luftstreitkräfte und fungiert darüber hinaus als Dienstbehörde.

Die Aufgaben der Österreichischen Luftstreitkräfte sind: das Wahren der Lufthoheit, einerseits durch die aktive Komponente der Luftraumüberwachung, zu der alle Luftfahrzeuge und die Fliegerabwehr gehören und andererseits durch die passive Komponente der Luftraumüberwachung, zu der alle Radarstationen zählen; Rettungs- und Assistenzeinsätze bei Hochwasserkatastrophen, Lawinenunglücken oder bei Waldbränden; die Unterstützung der Bodentruppen mit Aufklärungsflügen, Feuerunterstützung, Lufttransport, Versorgung aus der Luft und den Transport von Verwundeten; der Raum- und Objektschutz für strategisch wichtige Räume, Objekte und Einrichtungen gegen Angriffe aus der Luft.

Die Durchführung dieser zahlreichen und umfangreichen Aufgaben wird sichergestellt mit: 3 500 Mitarbeitern - verteilt auf über 15 Standorten; 120 Luftfahrzeugen auf fünf Flugplätzen, einer der modernsten Luftraumbeobachtungszentralen Europas, die technisch weitgehend autonom agiert und rund um die Uhr - an 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr - im Dienst steht; einer Luftfahrt- und Radartechnik sowie der dazugehörigen Logistik, die zur eigenständigen Erhaltung der Lufttüchtigkeit der österreichischen Militärluftfahrzeuge und Radarsensoren befähigt ist; der Verantwortung für die Koordinierung der Bewegungen von Luftfahrzeugen im österreichischen Luftraum; einem „klassischen“ Fliegerabwehr-Verband, der in Zukunft zusätzlich neue Fähigkeiten bei der Drohnenabwehr zu entwickeln hat.

Aufgrund ihres breiten Aufgaben- und Einsatzspektrums, der sich aktuell rasch verändernden Sicherheitslage mit ihren vielfältigen neuen und komplexen Anforderungen, sehen sich die Luftstreitkräfte auch als attraktiver, moderner und verlässlicher Arbeitgeber mit einem hohen Zukunftskapital. Das Kommando Luftstreitkräfte hat nach kurzer intensiver Vorbereitungs- und Planungszeit mit 1. Jänner 2017 seine operative Arbeit aufgenommen.

Die erste große Aufgabe für das neu aufgestellte Kommando war die Planung und Durchführung der Luftraumsicherungsoperation „DAEDALUS 17“. Dabei befanden sich über 800 Soldaten mit mehr als 20 Luftfahrzeugen, beinahe aller Typen im Einsatz. Der Fokus im ersten Halbjahr lag auf dem Auftrag des Bundesministers für Landesverteidigung und Sport, die Einsetzung einer Sonderkommision „Aktive Luftraumüberwachung“ unter der Leitung des Kommandanten der Luftstreitkräfte zu unterstützen. Auf Basis der Empfehlungen dieser 26-köpfigen Sonderkommission hat Bundesminister Hans Peter Doskozil am 7. Juli 2017 den Ausstieg aus dem derzeitigen zwei-Flotten-System (bestehend aus den Typen Eurofighter und Saab 105OE) und den Umstieg auf ein „Ein-Flotten-System“ ab 2020 bekanntgegeben. Dieses soll aus 15 einsitzigen und drei doppelsitzigen Überschallflugzeugen bestehen, die eine uneingeschränkte Einsatzfähigkeit bei Tag und Nacht gewährleisten.

Diese Entscheidung ist ein Paradigmenwechsel und eine Herausforderung, den sich die Angehörigen der Österreichischen Luftstreitkräfte gerne stellen. Das Bekenntnis von Hans Peter Doskozil zu einer leistungsfähigen, aktiven und zeitgemäßen Luftraumüberwachung rund um die Uhr, bekräftigt die Soldaten und Mitarbeiter der Luftstreitkräfte, die täglich einen Beitrag für die Sicherheit und den Schutz der Österreichischen Bevölkerung leisten und lassen diese getreu ihrem Motto „Mit Stolz und Zuversicht in die neuen Zeiten“ schreiten.

Offiziersstellvertreter Reinhard Sulzberger ist Kommandounteroffizier der Luftstreitkräfte.

 

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