• Veröffentlichungsdatum: 14.10.2019
  • – Letztes Update: 15.10.2019

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EUBG-Übung von Italien und Österreich

Alexander Dolzer

(Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
(Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)

Von 9. bis 20. September 2019 fand am Waffenübungsplatz Foce di Reno in Casal Borsetti (Ravenna) eine gemeinsame Übung zur Salzwasseraufbereitung an der Adria zwischen dem italienischen und dem österreichischen Heer statt.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben die Streitkräfte beider Länder an einer gemeinsamen Übung zur Salzwasseraufbereitung auf italienischem Staatsgebiet teilgenommen. Dabei trainierte ein Experten-Team des ÖBH mit Wasseraufbereitern der italienischen Armee die Trinkwasseraufbereitung aus dem Meer. Um im Katastrophenfall ressourcensparend und effizient zu arbeiten, wurden hierfür die unterschiedlichen Aufbereitungsanlagen beider Länder miteinander gekoppelt. Das Ziel der Übung war eine Optimierung der Abläufe, um bei Katastropheneinsätzen schnellstmöglich helfen zu können.

Interoperabilität als Mehrwert 

Diese Kooperation könnte laut Angaben des italienischen Heeres im Bereich PESCO (Permanent Structured Cooperation) eingebettet werden. PESCO ist eine Initiative der EU zur Vertiefung der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP). Die Synchronisierung der Ausbildung und die Verbesserung der Fähigkeit zur Zusammenarbeit der Staaten für die Erfüllung von Aufgaben der Streitkräfte in zivilen Katastrophenfällen ist eines der PESCO-Vorhaben. Hierbei legen besonders Italien und Österreich Wert darauf, die bilaterale und militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Heeren zu vertiefen. So wurden bislang mehrere bilaterale Kooperationen sowie eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten zur Beendigung des Ersten Weltkrieges durchgeführt.

Kpl Kamillo Viktor Rolf bei der Wasserentnahmestelle an der Adria mit Pumpe. (Foto: Bundesheer/Günter Sisa)
Kpl Kamillo Viktor Rolf bei der Wasserentnahmestelle an der Adria mit Pumpe. (Foto: Bundesheer/Günter Sisa)
OStWm Stefan Geppner bei der Arbeit als Techniker im Wasseraufbereitungscontainer. (Foto: Bundesheer/Günter Sisa)
OStWm Stefan Geppner bei der Arbeit als Techniker im Wasseraufbereitungscontainer. (Foto: Bundesheer/Günter Sisa)

Übungsteilnehmer 

An der Übung nahm eine Gruppe von Fachpersonal des 6. Baupionierregimentes des italienischen Heeres sowie ein Team von Zugs- und Gruppenkommandanten der Wasseraufbereitungs-Züge des Österreichischen Bundesheeres teil. Die Kommandanten des Manövers, Oberstleutnant Alexander Dolzer und Oberleutnant Andrea Stranieri, fungierten als Point of Contact (POC) zwischen dem technisch versierten Personal beider Länder. Dabei war eine gute, aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit unerlässlich, um die unterschiedlichen österreichischen und italienischen Einsatzsysteme miteinander in Verbindung zu setzen.

Am 12. September 2019 besuchten der Kommandant der Baupioniere, Brigadier Francesco Bindi sowie der beigeordnete Verteidigungsattaché der österreichischen Botschaft in Rom, Oberst Bernhard Kleedorfer, den Übungsplatz. Auch der Vizebürgermeister von Ravenna, Eugenio Fusignani sowie mehrere Abordnungen des italienischen Roten Kreuzes und des Zivilschutzes waren an diesem Tag vor Ort.

Gruppenfoto von italienischem und österreichischem Heer sowie dem Vizebürgermeister von Ravenna, Abordnungen des Zivilschutzes und des Italienischen Roten Kreuzes. (Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
Gruppenfoto von italienischem und österreichischem Heer sowie dem Vizebürgermeister von Ravenna, Abordnungen des Zivilschutzes und des Italienischen Roten Kreuzes. (Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
Gruppenfoto der österreichischen Abordnung mit Kommandant Obstlt Alexander Dolzer, sowie dem Kommandanten des Truppenübungsplatzes Obstlt Manfredi Cellamare. (Foto: Bundesheer/Günter Sisa)
Gruppenfoto der österreichischen Abordnung mit Kommandant Obstlt Alexander Dolzer, sowie dem Kommandanten des Truppenübungsplatzes Obstlt Manfredi Cellamare. (Foto: Bundesheer/Günter Sisa)
Danksagung und Verabschiedung mit Bgdr Francesco Bindi, Obst Bernhard Kleedorfer, und Obstlt Alexander Dolzer. (Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
Danksagung und Verabschiedung: Bgdr Francesco Bindi, Obst Bernhard Kleedorfer, Obstlt Alexander Dolzer. (Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
Beginn der Führung durch den gemeinsamen Stationsbetrieb der Salzwasseraufbereitung durch das technische Personal des italienischen und österreichischen Heeres. (Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
Beginn der Führung durch den gemeinsamen Stationsbetrieb der Salzwasseraufbereitung durch das technische Personal des italienischen und österreichischen Heeres. (Foto: Kommando Genio/Italienisches Heer)
Führung der Italiener durch die österreichische Station. (Foto: Kommano Genio/Italienisches Heer)
Führung der Italiener durch die österreichische Station. (Foto: Kommano Genio/Italienisches Heer)
 

Ergebnis

Am Ende der Wasseraufbereitungsübung gelang es den Teilnehmern beider Länder ein einheitliches Einsatzsystem zu schaffen, das aus Salzwasser 7.000 Liter Trinkwasser pro Stunde produzieren kann. Auch die zweite Herausforderung des gemeinsamen Trainings, die Sicherung eines 24-Stunden-Betriebes, wurde erfolgreich absolviert. Dabei konnten insgesamt 150.000 Liter Trinkwasser gewonnen werden.

Resümee

Die Übung zeigt die hohe Relevanz, die die österreichisch-italienische Zusammenarbeit im Katastrophenfall hat. Beide Heere verfügten bereits vor der Kooperation über umfangreiche Erfahrungen, die sie in unterschiedlichen Gebieten trainiert, angewandt und perfektioniert haben. Das italienische Militär sammelte seine Kenntnisse besonders in Afghanistan und Dschibuti, das Österreichische Bundesheer war in diesem Bereich vor allem in Mosambik und Pakistan im Einsatz.

Aufbauend auf den generierten Erfahrungen dieser Einsätze konnten die Teams beider Armeen in der Übung den Beweis erbringen, dass sie in der Lage und flexibel genug sind, um auch mit scheinbar inkompatiblen Systemen und in schwierigen Situationen zusammenzuarbeiten. Aus diesem Grund sind eine gemeinsame und regelmäßige Aus- und Weiterbildung, sowie die Standardisierung von Ausrüstung und Material unerlässlich, um künftig weitere Erfolge zu erzielen. Die bei der Übung erworbenen Erfahrungen stellen die Basis für die nächsten gemeinsamen Aktivitäten der beiden Heere auf dem Gebiet der Wasseraufbereitung dar.

Oberstleutnant Alexander Dolzer war Kommandant des ABC-Abwehr-Expertenteams bei der Übung im italienischen Ravenna.

 

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