• Veröffentlichungsdatum: 16.11.2016
  • – Letztes Update: 05.03.2018

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  • 548 Wörter

Dogfight - Lernen durch Führen

Christoph Lenardt

Der eingeteilte Bataillonskommandant (re.) leitet ein neues Planungsverfahren ein. (Foto: MilAk/Gerhard Seeger)
Der eingeteilte Bataillonskommandant (re.) leitet ein neues Planungsverfahren ein. (Foto: MilAk/Gerhard Seeger)

Vom 07. bis 11. November 2016 stand für den 21. Generalstabslehrgang „Führen im Gefecht“ auf dem Ausbildungsplan, was den bisherigen Höhepunkt in der Taktikausbildung auf Ebene des kleinen Verbandes darstellte. Dazu verlegte der Lehrgang an die Theresianische Militärakademie nach Wiener Neustadt. An der „Burg“ zu Wiener Neustadt, der Heimat aller österreichischen Offiziere, befindet sich eines der beiden Führungssimulationszentren des Österreichischen Bundesheeres. 

Zweck der Ausbildung

Die Teilnehmer des 21. Generalstabslehrganges befinden sich nach über zwei Monaten intensivem Training nahezu am Ende der Ausbildung Truppenführung I, welche die Führungsausbildung und die Taktik auf Ebene des kleinen Verbandes abdeckt. Die beiden wesentlichen Ausbildungsstränge waren die Planung und Bearbeitung von Taktikplanspielen inklusive der logistischen Planungen sowie die Führungslehre. Nach dem theoretischen Ausbildungsblock galt es, in einem nächsten Schritt die Planungs- und Problemlösungskompetenz mit der Führungskompetenz in einem laufenden Gefecht zu verbinden.

Der Zweck dieser Führungssimulationsausbildung war somit das Training der Führungsfähigkeit auf der beweglichen Befehlsstelle eines kleinen Verbandes. Dabei wurde sowohl die stabsdienstliche Zusammenarbeit, als auch die Führung als Bataillonskommandant geübt.

Herstellen der Arbeitsbereitschaft

Die 25 Übungsteilnehmer wurden auf zwei Bataillonsstäbe aufgeteilt, wo sie ihre erlernten Fertigkeiten gegeneinander unter Beweis stellen konnten. Die zwei Bataillonskampfgruppen wurden ident gegliedert, besaßen die gleiche Kampfkraft und den gleichen Kampfwert. Durch diese Tatsache war sich jeder Lehrgangsteilnehmer bewusst, dass nur durch ein Erreichen der Führungsüberlegenheit ein Vorteil im Gefecht erkämpft werden kann.

Dementsprechend akribisch und zielstrebig verliefen die Vorbereitungen in den beweglichen Befehlsstellen vom ersten Ausbildungstag an. Führungsgrundsätze wie Überraschung oder Täuschung wurden mit viel Kreativität in den Planungen übernommen. Die Praxis bekräftigte bereits in der Anfangsphase der Simulation die Erkenntnis, dass eine gute Aufbauorganisation an der beweglichen Befehlsstelle eine Grundvoraussetzung für eine effiziente Ablauforganisation darstellt.

Der eingeteilte Bataillonskommandant weist den Kommandanten der Landesverteidigungsakademie, Generalleutnant Mag. Erich Csitkovits, in die Lage ein. (Foto: MilAk)
Der eingeteilte Bataillonskommandant weist den Kommandanten der Landesverteidigungsakademie, Generalleutnant Mag. Erich Csitkovits, in die Lage ein. (Foto: MilAk)
Die Hauptlehroffiziere wirken unterstützend auf die Lehrgangsteilnehmer ein. (Foto: MilAk)
Die Hauptlehroffiziere wirken unterstützend auf die Lehrgangsteilnehmer ein. (Foto: MilAk)

Übungsphasen

Geschäftiges Treiben der Generalstabsoffiziersanwärter innerhalb des Bataillonsstabes. (Foto: MilAk)
Geschäftiges Treiben der Generalstabsoffiziersanwärter innerhalb des Bataillonsstabes. (Foto: MilAk)

Die Aufträge der beiden Bataillonskampfgruppen wurden durch die Übungsleitung so erteilt, dass es unweigerlich zu einem Begegnungsgefecht kommen musste. Dadurch wurde ein maximales Training der Führungsleistung erreicht, da die Bataillonskommandanten durch die Entwicklung des Gefechtes, oft vom ursprünglichen Plan der Durchführung, abweichen mussten. In diesen Gefechtsphasen war die strukturierte Zusammenarbeit des Stabes mit dem Kommandanten von großer Bedeutung. Hier musste der Kommandant effizient die Beurteilungsleistung seiner Stabsmitglieder nutzen, um möglichst rasch einen neuen Entschluss fassen zu können.

Der wesentlichste Aspekt war der Gefechtsbefehl, der von der beweglichen Befehlsstelle über Funk an die Einheiten gegeben wurde. Ab diesem Zeitpunkt mussten die Lehrgangsteilnehmer beweisen, dass sie das Gefecht nicht nur planen und denken sondern auch führen können. Eine weitere Herausforderung war die Planung der Einsatzunterstützung und die reale Umsetzung im laufenden Gefecht. Federführend hierfür war der S4 sowie die Stabskompanie, die sowohl Einheiten mit Betriebsmittel und Munition folgeversorgen musste, als auch für die Verwundetenversorgung zuständig war.

Abschluss und Ausblick

Die relevanten Informationen über das laufende Gefecht müssen in jeder Ebene auf der Handkarte vermerkt sein. (Foto: MilAk/Gerhard Seeger)
Die relevanten Informationen über das laufende Gefecht müssen in jeder Ebene auf der Handkarte vermerkt sein. (Foto: MilAk/Gerhard Seeger)

In dieser Ausbildungswoche hatten die Teilnehmer des 21. Generalstabslehrganges die Möglichkeit, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. Im Speziellen konnte die Bedeutung einer guten Aufbau- und Ablauforganisation im Bataillonsstab veranschaulicht werden. Den zukünftigen Generalstabsoffizieren wurde bewusst, wie wichtig die strukturierte Zusammenarbeit der verschiedenen Stabsmitglieder zum Zwecke einer Problemlösung im Gefecht ist.

Für die Durchführung der Simulationsübung wurden Soldaten aus verschiedenen Verbänden und Dienststellen des Österreichischen Bundesheeres abgestellt. Sie waren ein wesentlicher Faktor für den Übungserfolg.

Der nächste Ausbildungshöhepunkt folgt Ende November 2016, wenn der Lehrgang in die Schweiz zum Gefechtsübungszentrum in Thun verlegt. Dort wird ebenfalls simulationsgestützt auf der Ebene des Bataillons geübt und trainiert.

Hauptmann Christoph Lenardt, Hörer des 21. Generalstabslehrganges

 

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