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19.05.2015

Wikinger-Ausstellung auf der Schallaburg

Alleine der Ausruf „Wikinger“ genügte in der Zeit von etwa 750 bis 1100 schon, um überall Angst und Schrecken zu verbreiten. Aber wer waren diese Leute, die auf ihren Raubzügen ganz Europa heimsuchten?

Die Ausstellung auf der niederösterreichi­schen Schalla­burg nahe Melk gibt bis zum 8. November 2015 die Gelegenheit, mehr über diese Krieger aus dem Norden zu erfahren. In enger Kooperation mit dem Swedish History Museum werden die neuesten Forschungsergebnisse über die Wikingerzeit dargeboten und auf ansprechende Art dem interessierten Besucher vermittelt. Dabei wird das Leben der „Nordmannen“ in allen seinen Facetten gezeigt: die Bedeutung der Familie, die nordische Gesellschaft mit Freien und Sklaven, das bäuerliche Leben, die Götterkulte und Begräbnisriten, das einfließende Christentum, die Runenschrift, die Handwerkskunst und vor allem auch der Schiffsbau, der die „vikings“, also die Raubzüge, in dieser umfassenden Dimension erst ermöglicht hatte. Auch mit Mythen wird aufgeräumt, wie dem „Hörnerhelm“, der archäologisch nirgends nachgewiesen werden konnte, sondern sich vielmehr als eine Erfindung Richard Wagners für seinen Ring des Nibelungen herausstellte.

Didaktisch ist die Ausstellung abwechslungsreich gestaltet und für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen interessant aufbereitet; man findet kein mühevolles Fortschreiten von Exponat zu Exponat aufgelockert durch Lehrtafeln, sondern vielmehr eine lebendige Ausstellung mit allen didaktischen Hilfsmitteln auf dem neusten technischen Stand. Der informativ und kurzweilig verfasste Ausstellungskatalog ergänzt das Dargebotene und lädt auch zu Hause zur weiteren Auseinandersetzung mit den Wikingern ein. Die Schallaburg ist ohnehin immer einen Ausflug wert, aber für diese Ausstellung lohnt es sich besonders.

Link zur Ausstellung

-stu-


19.05.2015

Neuer Milizbeauftragter und Prämiensystem

Der Milizoffizier Brigadier Erwin Hameseder ist am 9. April 2015 zum neuen Milizbeauftragten im Österreichischen Bundesheer ernannt worden. Hameseder versteht sich dabei als Ombudsmann für die Miliz. Vertei­digungsminister Klug kündigte zu­sätzlich neue Milizkompanien, moderne Ausrüstung, einen zeitgemäßen Auftrag und ein neues Prämiensystem für die Miliz an.

Erweiterte Aufgaben

Der Schutz kritischer Infrastruktur wird für die Miliz ein realitätsnaher Grundauftrag. Künftig soll jede Milizkompanie zumindest ein zugeteiltes Schutzobjekt haben. Darunter fallen etwa die Raffinerie in Schwechat, die Flughäfen in Wien, Graz und Salzburg oder Krankenhäuser­ im gesamten Bundesgebiet.

Personelle Aufstockung

Des Weiteren wird die Miliz personell gestärkt. Dabei sollen in einer ersten Phase (bis 2018) etwa 5 000 Soldaten beordert und zwölf zusätzliche Jägerkompanien aufgestellt werden. In einer zweiten und dritten Phase kommen noch einmal insgesamt 28 Kompanien - also etwa 4 000 Mann - dazu. 29 Millionen Euro soll in neue Ausrüstung fließen. In einem zweiten Schritt sollen ab 2020 weitere 48 Millionen Euro investiert werden, um weitere Verbesserungen vorzunehmen. Durch ein neues Anreiz- und Prämiensystem wird künftig jeder, der sich zur Miliz meldet, eine Anerkennungsprämie von rund 600 Euro bekommen. Besonders rasche Abschlüsse bei Ausbildungen sollen künftig höher belohnt und Prämien für zusätzliche Verpflichtungen, also weitere Übungstage, eingeführt werden. Ab 2017 wird das neue Prämiensystem voll umgesetzt sein.

-red-


12.05.2015

Sprachmittlungstrupp im Einsatz

Von 13. bis 24. April 2015 fand die internationale Übung „Dynamic Response“ auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig (TÜPL „A“) statt. Die 3. Panzergrenadierbrigade (3.PzGrenBrig) trainierte gemeinsam mit Kräften aus Deutschland (eine Panzerkompanie der Panzerbrigade 21) und Tschechien (eine gemischte Panzerkompanie der 7. mech. Brigade). Die Arbeitssprache war daher Englisch und bis auf Kommandanten­ebene einschließlich Kompanie eine Selbstverständlichkeit (Absprachen, Befehlsausgaben, Belehrungen). Zur Optimierung der Kommunikation mit der tschechischen gemischten mechanisierten Kompanie wurde ein Sprachmittlungstrupp, bestehend aus zwei (von drei verfügbaren) Unteroffizieren als Sprachmittlungsgehilfen in Nebenfunktion von der 3.PzGren­Brig und zwei Sprachmittler aus dem Sprachinstitut des Bundesheeres (SIB) eingesetzt.

Wertvolle Erfahrungen gewonnen

  • Die Arbeitssprache ist und bleibt Englisch.
  • Eine Sprachmittlung findet im Wesentlichen in der Vor- und Nachbereitung (Medienauswertung im Heimatland) einer Übung statt.
  • Sprachmittlung findet nur wenig auf Kommandantenebene und gleichwertigem Niveau statt.
  • Sprachmittlung ist ein Sicher­­heitsfaktor.
  • Sprachmittlung- und NICHT-Sprachmittlung (aushorchen der anderen) - ist ein Vertrauensfaktor.
  • Sprachmittlung vermittelt wichtige Details (z. B. unterschiedliche Sicherheitsabläufe beim
  • Scharfschießen, die nur in Tschechisch verfügbar sind).
  • Direkte Sprachmittlung vermeidet den Umweg über Englisch und somit potenzielle Fehlerquellen.
  • Sprachmittlung unterstützt das gegenseitige Verständnis und fördert Sympathie.

Rechtzeitige Vorbereitung

Wichtig ist bei Sprachmittlereinsätzen, dass rechtzeitig vor dem vorgesehenen Einsatz die Vorbereitung beginnt. So wurden vom Hauptlehroffizier „Tschechisch“ bereits 14 Tage vor Übungsbeginn das „Vorwort des Brigadekommandanten“ zur Publikation „Dynamic Response 15“, die Belehrungen des rechtskundigen Offiziers (Befugnisse der Soldaten, Taschenkarte „Recht der bewaffneten Konflikte“) und die Belehrung TÜPl „A“ inklusive der notwendigen Unterrichte übersetzt. Folgende Sprachmittlungsmethoden kamen bei der Übung zur Anwendung: reine Übersetzungstätigkeit (50,5 Stunden) und Sprachmittlung in Form des Konsekutivdolmetschens und v. a. des Flüstersimultandolmetschens während der einzelnen Befehlsausgaben und Besprechungen (Logistik, große und kleine Koordinierungsbesprechungen) sowie bei koordinierenden Maßnahmen v. a. im Bereich der Logistik (Sanitäts-, Munitions-, Betriebsmittelversorgung, Verpflegung, Transport etc.). Im Einsatz selbst (das deutsche Kontingent wurde bis in Zugsstärke in die österreichische Brigade, das tschechische Kontingent als geschlossene Kompanie eingegliedert) wurde in englischer Sprache geführt.