Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

14.11.2019

Ehrenmal des Österreichischen Bundesheeres errichtet

Im Oktober 2019 wurde das Ehrenmal des Österreichischen Bundesheeres am Wiener Heldenplatz errichtet und am 4. November 2019 feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Das aus schwarzen Metallelementen gefertigte Ehrenmal befindet sich in der Ehrenhalle des Heldendenkmals im Äußeren Burgtor und soll einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Traditionspflege des Österreichischen Bundesheeres (ÖBH) Ausdruck verleihen. Dieser Ort ist künftig dem Gedenken an all jene Soldaten und Zivilbediensteten gewidmet, die in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben verloren.

Den Mittelpunkt des Ehrenmals bildet das Hoheitszeichen des ÖBH. Links davon wird mit der Aufschrift „SICHERHEIT. - EINSATZ. - FRIEDEN.“ auf den Auftrag des ÖBH verwiesen, auf der rechten Seite ist „ÖSTERREICHISCHES BUNDESHEER - GEDENKT ALLER, DIE IN AUSÜBUNG DES DIENSTES IHR LEBEN GELASSEN HABEN“ zu lesen. Die miteinander verbundenen Metallelemente sind ein Symbol für die Gemeinschaft und die Verankerung des ÖBH in der Gesellschaft. Die unterschiedliche Neigung der Platten soll auf das breite Leistungsspektrum und die Diversität hinweisen.

-red-


13.11.2019

Robert Martschin ist „Soldat des Jahres“

Bei der ÖBH-Matinee „Militär des Jahres“, die am 12. November 2019 stattfand, wurde Vizeleutnant Robert Martschin aufgrund seiner besonderen Leistungen mit dem Titel „Soldat des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

Martschin ist beim Pionierbataillon 3 in Melk als pioniertechnischer Planungsunteroffizier und Sprengstoffexperte tätig. Er war maßgeblich an der Umsetzung einer Steganlage im Staubereich des Kraftwerks Melk beteiligt und ist derzeit mit der Erprobung einer neuen Wasserdienst-Schutzausrüstung für Soldaten betraut. Außerdem wirkte Martschin im Rahmen von AUTCON HU an der EU-Außengrenze zu Serbien am Bau einer Grenzstraße mit.

Das Jägerbataillon 23 aus Vorarlberg erhielt den Titel „Einheit des Jahres“, der 21-jährige Gefreite Fatbardh Azizi die Auszeichnung „Rekrut des Jahres“ und Textiltechniker Herbert Engel wurde zum „Zivilbediensteten des Jahres“ ernannt.

-red-

Link: AUTCON-Einsatz in Ungarn


12.11.2019

Startschuss für Spezialkräfte-Kommando mit österreichischer Beteiligung

Im Februar 2019 nahm das Projekt des gemeinsamen Spezialkräfte-Kommandos von Kroatien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Österreich erste Formen an. Nun wurde das sogenannte „Memorandum of Understanding“ von allen fünf Teilnehmerländern rechtsverbindlich unterzeichnet.

R-SOCC (Regional Special Operations Component Command) ist ein temporär einsetzbares Befehlselement für militärische Spezialkräfte, das aus vier NATO-Mitgliedern und dem NATO-Partner Österreich besteht. Durch die individuellen Special-Forces Command and Control (C2)-Fähigkeiten der Teilnehmerstaaten wird damit ein einsatzfähiges SOCC aufgestellt. Der Zweck des R-SOCC ist es, eine gemeinsame multinationale SOCC-Zentrale aufzubauen. Ungarn fungiert dabei als Rahmennation, da es für die Gesamtkoordination verantwortlich zeichnet, den Kommandanten bereitstellt und insgesamt 50 Prozent der R-SOCC-Truppen aus ungarischen Soldaten bestehen werden. Polen, Deutschland und die USA nehmen bei der Kooperation eine Beraterrolle ein.

Spezialeinsatzkräfte sind ein wichtiges und vielseitiges Instrument in modernen Konflikten, da sie unkonventionelle Taktiken, Techniken und Arbeitsweisen anwenden. Der zusätzliche Mehrwert der Kooperation besteht aus einer verbesserten Interoperabilität zwischen den einzelnen Staaten sowie einem größeren operativen Nutzen. Die regionale Zusammenarbeit stärkt die Partnerschaften der Länder, vermindert Aggressionen und Konflikte und hilft besser auf Krisen zu reagieren. Die gebündelten Fähigkeiten werden in künftigen Missionen und Übungen der Europäischen Union, der NATO sowie der Vereinten Nationen eingesetzt. R-SOCC soll dabei vor allem zur Bewältigung von Sicherheitsherausforderungen einschließlich hybrider Bedrohungen und Terrorismus zum Einsatz kommen.

Bis Jänner 2021 soll die Betriebsbereitschaft von R-SOCC hergestellt und im Dezember 2024 die volle Funktionsfähigkeit des gemeinsamen Spezialkräfte-Kommandos erreicht werden.

R-SOCC ist bereits die zweite multinationale Initiative dieser Art und wurde nach Vorbild von C-SOCC (Composite Special Operations Component Command von Belgien, Dänemark und den Niederlanden) ins Leben gerufen.

-red-


11.11.2019

ÖBH-Übung „Gazelle IV“

Von 4. bis 15. November 2019 trainiert das Jagdkommando gemeinsam mit den Luftstreitkräften den Schutz der österreichischen Bevölkerung.

Die Manöver „Gazelle IV“ findet in Oberösterreich und der Steiermark statt. Im Mittelpunkt steht das Training und die Optimierung der Zusammenarbeit beider Einheiten bei Schutzoperationen. An der Übung nehmen rund 70 Soldaten mit 20 Räderfahrzeugen und acht Luftfahrzeugen teil.

-red-


04.11.2019

Heeressportler bei Gala ausgezeichnet

Am 31. Oktober 2019 erhielten bei der Lotterien Sporthilfe-Gala in der Wiener Marx Halle Korporal Vanessa Herzog und Korporal Verena Preiner die, nach Rennsportlegende Niki Lauda benannte, Siegestrophäe „Niki“.

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog wurde an diesem Abend aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen zur „Sportlerin des Jahres“ gewählt. Sie holte im vergangenen Sportjahr WM-Gold auf 500 Meter, WM-Silber auf 1.000 Meter, EM-Gold im Sprint-Vierkampf und den Weltcup-Gesamtsieg auf 500 Meter.

Die Leichtathletin Verena Preiner erhielt die Auszeichnung „Aufsteigerin des Jahres“. Sie gewann WM-Bronze im Siebenkampf und stellte mit 6.591 Punkten einen neuen Österreich-Rekord auf.

-red-


26.10.2019

Informations- und Leistungsschau des Österreichischen Bundesheeres

Vom 25. bis 26. Oktober 2019 findet auch in diesem Jahr die traditionelle Leistungsschau des ÖBH am Wiener Heldenplatz statt.

Die Veranstaltung steht im Zeichen von „Viel Leistung für wenig Geld“ und ist eine Demonstration der Leistungsbereitschaft trotz knapper budgetärer Mittel. Beinahe dem Sparstift zum Opfer gefallen, zeigt sich die Veranstaltung in verkleinerter Form. Rund 500 bis 600 Soldaten sind am Auf- und Abbau beteiligt sowie an beiden Tagen im Einsatz. Mit rund 450.000 Euro kostet die Veranstaltung um etwa ein Drittel weniger als sonst. Dennoch werden wieder tausende Zuschauer bei herrlichem Herbstwetter erwartet.

Als Teil der umfassenden Landesverteidigung kommt das Bundesheer mit dieser Veranstaltung der Verpflichtung nach, die Bevölkerung zu informieren. Der 25. Oktober ist daher hauptsächlich dem „Tag der Schulen“ gewidmet. Am Nationalfeiertag ist die Leistungsschau zwischen 0900 und 1700 Uhr für alle Besucher geöffnet. Um 1030 Uhr findet die Großangelobung von mehr als 1.000 Rekruten statt, ab 1200 Uhr sind einige dynamische Vorführungen geplant.

Bereits am äußeren Burgtor stehen mehrere geschützte Mehrzweckfahrzeuge „Husar“ der Militärpolizei. Auch wenn das Gelände für alle frei zugänglich ist, der Heldenplatz ist sichtbar gut geschützt. Anders als die letzten Jahre findet die Informations- und Leistungsschau nur auf dem Heldenplatz statt. Es fehlen diesmal sämtliche gepanzerte Kettenfahrzeuge und Hubschrauber. Dennoch ist eine Vielfalt von modernen Geräten und geschützten Fahrzeugen zu sehen. Ein Highlight ist beispielsweise der Mannschaftstransportpanzer „Pandur Evolution“, eine stark weiterentwickelte Version des im Bundesheer ab 1996 eingeführten Fahrzeuges. Insgesamt 37 Stück sollen dem Jägerbataillon 17 in Straß bis Mitte 2020 übergeben werden.

Die Darstellung des Aufgabenspektrums des Bundesheeres wird am Wiener Heldenplatz in fünf Themenbereiche gegliedert. Der Schutz der Infrastruktur, der Schutz der Bevölkerung, die Auslandseinsätze, die Hilfe bei Katastrophen und Ausbildungs- bzw. Karrieremöglichkeiten werden der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Veranstaltung soll nicht nur einen Einblick in die Leistung und das Engagement der Soldaten und Bediensteten des Bundesheeres geben, sondern auch über den bedrohlichen budgetären Zustand des Bundesheeres informieren.

-red-


23.10.2019

ILÜ 2019 mit österreichischer Beteiligung

Von 16. September bis 12. Oktober 2019 fand auf dem Truppenübungsplatz Bergen (Niedersachsen) die Informationslehrübung (ILÜ) 2019 der Deutschen Bundeswehr unter Beteiligung des Österreichischen Bundesheeres statt.

Bei der jährlich stattfindenden Übung zeigt die Deutsche Bundeswehr vor 6.000 Besuchern in Form von dynamischen und statischen Vorführungen ihre Leistungsfähigkeit.

74 österreichische Soldaten der 4. Panzergrenadierbrigade wurden für die ILÜ 2019 ins deutsche Bergen verlegt, um den Übungsteil „Gefechtsschießen Operation verbundener Kräfte“ zu unterstützen und mitzugestalten. Das österreichische Panzerkontingent war dabei als Verzögerungskraft und gemeinsam mit niederländischen Grenadieren im Angriff im Einsatz. Zwei Panzerzüge „Leopard“ 2 A4 des Panzerbataillons 14 bildeten dabei das Kampfelement. Die NT-Kompanie des Panzerstabsbataillons 4 verstärkte mit dem Instandsetzungszug des Panzerbataillons 14 das unterstützende Logistikelement. Insgesamt wurden beim Gefechtsschießen 620 Stück Munition verschossen – auf jeden Panzer entfielen etwa 77 Schuss. Die Laufleistung der österreichischen Kettenfahrzeuge betrug ca. 3.500 km. Rund 2.000 Soldaten mit 500 Kampf- und Räderfahrzeugen waren am Gefechtsschießen beteiligt.

Neben einem länderübergreifenden Erfahrungsaustausch und einem multinationalen Training lag ein besonderer Mehrwert für das ÖBH in der Planung und Koordination einer groß angelegten Truppenverlegung. Insgesamt wurden zwei Eisenbahnzüge mit einer Beladung von 922 Tonnen an Fahrzeugen und Gerät nach Deutschland transportiert.

-red-


22.10.2019

EU-Übung mit österreichischer Beteiligung in der Karibik

Von 10. bis 18. September 2019 fand mit dem Manöver „Caribbean Coast 2019“ erstmals eine internationale Katastrophenschutzübung außerhalb der EU in der Karibik statt.

Als fiktives Szenario wurde ein Vulkanausbruch mit einem nachfolgenden Tsunami und verheerenden Auswirkungen auf die Insel Saba angenommen. Die Europäische Union probte damit erstmals den Katastropheneinsatz in einem Risikogebiet außerhalb Europas und setzte dabei ein Union Civil Protection Team, ein Technical Assistance Support Team und verschiedene Skeleton-Module ein.

An der Übung waren insgesamt 38 internationale Katastrophenschutzexperten, 85 Experten des EU-Zivilschutzes, des UNDAC-Unterstützungsteams und der EU-Katastrophenschutzmodule und 85 Rollenspieler aus zwanzig Nationen beteiligt. Das ÖBH entsendete zu diesen Übungen ein einsatzerprobtes AFDRU (Austrian Forces Desaster Relief Unit)-Skeleton-Team mit sechs Personen, das die Leitung der Urban Search and Rescue Coordination Cell übertragen bekam.

Das Manöver fand gleichzeitig auf den fünf Karibikinseln der Niederländischen Antillen Curacao, Bonaire, Saba, Sint Maarten und Sint Eustatius statt. Für die Durchführung und Koordinierung der einzelnen Einheiten musste ein großer logistischer Aufwand betrieben werden, da die Inseln geographisch bis zu 1.000 km voneinander entfernt sind. Die beiden „Plug-In-Exercises“ wurden von einem privaten Konsortium sowie von der Fachabteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung des Landes Steiermark organisiert und vom ehemaligen Präsidenten der Offiziersgesellschaft Steiermark, Christian Resch, geleitet.

-red-


19.10.2019

20 Jahre Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement

Am 17. Oktober 2019 feierte das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) an der Landesverteidigungsakademie in Wien unter Beisein von Verteidigungsminister Thomas Starlinger und anderen ranghohen Besuchern auch aus der zivilen Forschungswelt sein 20-jähriges Jubiläum.

Aus Anlass des politisch instabilen Jahrzehnts nach Ende des Kalten Krieges entstand das Bedürfnis nach einer systematischen Analyse der verwirrten Konfliktlage. „Je verworrener die Lage, desto analytischer“, so Verteidigungsminister Thomas Starlinger beim Pressegespräch. 1999 zog das Bundesheer aus diesem Bedürfnis die Konsequenz und gründete das IFK. Daraus ist heute eine über die Grenzen hinaus anerkannte Einrichtung in der sicherheitspolitischen Forschung und Analyse geworden.

Drei Hauptaufgaben stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit. Eine der Funktionen ist die sicherheitspolitische Beratung, ein Beitrag, der über das Bundesministerium für Landesverteidigung hinaus gefragt ist. Neben anderen Ministerien und öffentlichen Einrichtungen schätzen auch zunehmend Nichtregierungsorganisationen die Expertise des Institutes. Durch einen offenen Dialog und Diskurs wird auch inhaltlich ein gesamtstaatlicher Ansatz erreicht.

Die zweite Aufgabe ist die sicherheitspolitische Lehre. Dabei stehen nicht nur die eigenen Akademien des Bundesheeres im Zentrum. Kooperationen mit zivilen Universitäten – wie die bereits langjährig gelebte gemeinsame Lehrveranstaltung mit der Universität für Bodenkultur – sind ein Zeichen der Anerkennung für das Institut.

Als dritte Hauptaufgabe steht die Information der breiten Öffentlichkeit. Dabei werden unter anderem moderne Kommunikationskanäle wie Social Media genützt. Kompakte Medien wie der 4-seitige IFK-Monitor oder der Videoblog „Feichtinger kompakt“ machen dem breiten Publikum selbst komplizierte Fakten zugänglich. In Interviewbeiträgen für Fernsehen und Radio muss ein komplexer Sachverhalt in kurzer Zeit anschaulich erklärt werden.

Die Nachwuchsförderung und die Förderung von Netzwerken trägt zur Anerkennung als gesamtstaatlicher Thinktank bei. Neben dem bewährten strategischen Führungslehrgang mit rund 350 Absolventen haben bereits rund 200 Gastforscher einen zwei bis 14-monatigen Forschungsaufenthalt am Institut absolviert.

Durch diese breite Tätigkeit ist es dem IFK möglich, neue Themen zu behandeln, bevor diese auf der tagespolitischen Agenda erscheinen. Ein Beispiel sind die hybriden Bedrohungen, die mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind. Die Forschungsarbeiten dazu begannen bereits vor sechs Jahren.

„Krieg ist planbar aber nicht kalkulierbar“ und „Frieden kann nur von innen kommen“, so der Institutsleiter Brigadier Walter Feichtinger. Die Stabilisierung der politischen Situation nach einem gewaltsamen Konflikt und der Einsatz internationaler Akteure in einem Friedenseinsatz sind auch für die Forschung von vitalem Interesse. Dazu wir demnächst eine weitere Publikation veröffentlicht.

-red-


18.10.2019

Navigation Warfare und Virtual Reality im ÖBH

Am 16. Oktober 2019 demonstrierte das Institut für Militärisches Geowesen (IMG) gemeinsam mit zivilen Forschungspartnern am Truppenübungsplatz (TÜPL) Seetaler Alpe das Bedrohungspotenzial von Satellitennavigationssystemen und bot zusätzlich einen Einblick über die Verwendung von Virtual Reality zur Geländedarstellung.

Die Demonstration eines Angriffes auf GPS-Geräte hat einen entscheidenden Nachteil: alle Geräte im unmittelbaren Umfeld sind davon betroffen. Daher sind diese hochriskanten Angriffe nur unter strengen gesetzlichen Auflagen und in einer klar definierten Umgebung möglich. Der TÜPL Seetaler Alpe bietet dazu ideale Umfeldbedingungen.

Doch nicht nur der Ort ist wichtig – auch das Know-how. Dabei setzt das Bundesheer auf Kooperation. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt arbeitet das IMG mit den zivilen Partnern IGASPIN, Brimatech, Johanneum Research und TeleConsult Austria zusammen. Mit einem 18 Millionen Euro teuren Projekt aus dem Verteidigungsforschungsprogramm FORTE für ein Navigation Warfare Center strebt Österreich eine Vorreiterrolle in Europa an.

Spätestens seit der Jahrtausendwende ist mit der Abschaltung der künstlichen Signalverschlechterung die Satellitennavigation (SatNav) auch für die zivile Welt ein Thema. Mit dem Smartphone ist GPS im Alltag angekommen. Bis 2020 wird mit rund acht Mrd. Empfängern gerechnet. Sechs bis sieben Prozent des BIP sind von der SatNav abhängig. Dabei wird das offene und ungeschützte Signal für den Position-, Navigation-, and Timing-Dienst (PNT) verwendet. Nur rund 600.000 Empfänger – vorwiegend für das Militär – sind geschützt. Das bietet einige Möglichkeiten für einen gezielten Angriff. Navigation Warfare ist auf dem Gefechtsfeld angekommen. Und es funktioniert relativ einfach, wie die Vorführung zeigte.

„Jamming“ und „Spoofing“ sind nicht nur neue Schlagwörter. Dahinter steckt eine noch unterschätzte Bedrohung für die gesamte SatNav. Zum Stören von GPS-Signalen braucht es nur eine sehr geringe Störenergie. Die in mehr als 20.000 Kilometern über der Erdoberfläche kreisenden GPS-Satelliten verfügen nur über eine geringe Sendeleistung, die in etwa einer 40W-Glühbirne entspricht. Eine Ortung ist bei einem Jammer-Einsatz nicht mehr möglich.

Beim etwas aufwändigeren Verfahren „Spoofing“ sendet ein Störsender falsche GPS-Signale, simuliert also das Satellitensignal, um z. B. Fahrzeuge, Schiffe oder Flugzeuge auf den falschen Kurs zu leiten. Das Fatale dabei: Bei einem geschickten Einsatz merkt der Betroffene nicht einmal, dass er in die Irre geleitet wird. Bei der Livedemo konnte am GPS-Gerät nicht erkannt werden, ab wann das Signal tatsächlich übernommen wurde.

Neben den Bedrohungen für die Satellitennavigation wurde auch die Anwendung einer anderen Technologie gezeigt: Virtual Reality. Die gedruckte Karte ist in manchen militärischen Anwendungen nicht mehr ausreichend. Die dritte Dimension wird für die Geländedarstellung immer wichtiger. Mit auf dem Markt frei verfügbaren Rohdaten und handelsüblicher Hardware wird das Gelände nicht nur dargestellt, sondern ist auch interaktiv verwendbar. Taktische Zeichen können einfach in das Gelände platziert werden. Für Kommandanten ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten der Geländebeurteilung und der Planung des Einsatzes.

Mit dieser Informationsveranstaltung demonstrierte das Bundesheer die Bedrohungen für die Satellitennavigation durch relativ einfache technische Mittel. Durch die Kooperation mit zivilen Forschungspartnern gelingt es, in einigen Bereichen eine Vorreiterrolle einzunehmen.

-red-