Hier finden Sie aktuelle Beiträge aus Österreich zu sicherheitsrelevanten Themen wie Neues aus der Truppe, andere Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen.

10.04.2020

Führungswechsel beim IFK

Der langjährige Leiter des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement, Brigadier Dr. Walter Feichtinger, ist am 1. April 2020, nach 18 Jahren in dieser Position, in den Ruhestand gegangen.

Brigadier Feichtinger war in den letzten Jahren als „Gesicht des Bundesheeres“ Gast bei zahlreichen Fernseh- und Radiointerviews. Er erklärte die sicherheitsrelevanten Entwicklungen und Hintergründe internationaler Konflikte. Zudem betrieb er einen erfolgreichen YouTube-Kanal, in dem er Interessierte über sicherheitsrelevante Entwicklungen informierte. Nachfolger von Feichtinger ist Generalmajor Dr. Johann Frank.

-red-


09.04.2020

COVID-19: Eine Herausforderung für die europäische Sicherheit

Das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement an der Landesverteidigungsakademie Wien veröffentlichte im April 2020 eine Spezialausgabe des IFK-Monitors zum Thema COVID-19.

Die Experten des IFK analysieren darin verschiedene Post-Corona-Szenarien und ihre jeweiligen Auswirkungen auf die internationale Sicherheit und das Internationale Krisen- und Konfliktmanagement. Dabei werden das best-case, das worst-case und das wahrscheinlichste Szenario bearbeitet. Es folgt eine Auflistung und Analyse ausgewählter Krisenregionen, beispielsweise des Westbalkans, der Golfregion, des Irans und Afrika. Abschließend werden die konkreten Auswirkungen auf Friedenseinsätze Österreichs am Beispiel Afghanistan diskutiert.

Auch wenn die Analyse noch nicht als abschließend betrachtet werden kann und sich in der Entwicklung der Szenarien noch einiges verändern kann, gibt der IFK-Monitor einen guten Überblick über die momentane Situation und die daraus zu schließenden Annahmen rund um die COVID-19-Pandemie.

Die gesamte Publikation kann HIER heruntergeladen werden.

-red-


07.04.2020

Milizeinheiten im Corona-Einsatz

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gab in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Generstabschef Robert Brieger und dem Milizbeauftragten, Generalmajor Erwin Hameseder, bekannt, welche Milizeinheiten zur Bewältigung der Corona-Krise einberufen werden.

Die Milizsoldaten sollen Grundwehrdiener, nach dem Ende ihres Aufschubpräsenzdienstes ablösen. Ab dem 15. April werden die Einberufungsbefehle zugestellt, vom 4. Mai bis 17. Mai finden die Formierung und die Einsatzvorbereitung statt. Am 18. Mai beginnt die Ablöse und der Einsatz, der bis 31. Juli 2020 dauern soll. Die Milizeinheiten sollen vorwiegend sicherheitspolizeiliche Aufgaben erfüllen und beim Grenzschutz, Objektschutz oder dem Ausreisemanagement eingesetzt werden.

Von der Einberufung betroffen sind:

  • 2. Jägerkompanie/Jägerbataillon Burgenland
  • 2. Jägerkompanie/Jägerbataillon Wien 1 (Hoch- und Deutschmeister)
  • 1. Jägerkompanie/Jägerbataillon Wien 2 (Maria-Theresia)
  • 1. Jägerkompanie/Jägerbataillon Niederösterreich (Kopal)
  • Jägerkompanie Tulln
  • Jägerkompanie Korneuburg
  • 1. Jägerkompanie/Jägerbataillon Oberösterreich
  • 1. Jägerkompanie/Jägerbataillon Steiermark (Erzherzog Johann)
  • Jägerkompanie Deutschlandsberg
  • 2. Jägerkompanie/Jägerbataillon Tirol
  • 1. Jägerkompanie/Jägerbataillon Kärnten
  • 3. Jägerkompanie/Jägerbataillon Salzburg (Erzherzog Rainer)
  • 3. Jägerkompanie/Jägerbataillon Vorarlberg


Alle Informationen zum Einsatz der Miliz finden Sie auf der Informationsseite für die Miliz der Bundesheer-Website.

-red-


06.04.2020

Fit für den Einsatz – Trainingsplan vom Bundesheer

Das Heeres-Sportzentrum hat ein achtwöchiges Trainingsprogramm zusammengestellt, mit dem sich Milizsoldaten auf den Einsatz vorbereiten können.

Die Übungen können zuhause und ohne großen Aufwand durchgeführt werden, da die Trainingsanleitungen über YouTube abgerufen werden können. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Kraft- und Kraftausdauerübungen, die durch Ausdauertraining und Beweglichkeitsübungen ergänzt werden. Der genaue Trainingsplan wird jeweils für eine Woche veröffentlicht und ist auf eine Dauer von acht Wochen ausgelegt. Die Trainings sind für Anfänger, Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene in unterschiedlicher Intensität konzipiert.

Das Trainingsprogramm kann selbstverständlich auch von allen Zivilpersonen genutzt werden und ist sowohl über die Website als auch über den YouTube-Kanal des Österreichischen Bundesheeres abrufbar.

-red-


02.04.2020

Die Psychologie des Corona-Virus

Beinahe jeder Mensch ist in Österreich gerade mit dem Thema Corona-Virus konfrontiert.

Verschiedene Befragungen zur aktuellen Situation, durchgeführt von den Meinungsforschungsinstituten Market, Gallup und Marketagent, lassen erkennen, wie die Österreicher mit den Maßnahmen der Regierung und der generellen Lage umgehen.

Es zeigt sich beispielsweise, dass in der Kalenderwoche 12 die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, deutlich höher eingestuft wird als noch Anfang März. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Vorgaben der Regierung zunehmend positiv gewertet werden und die Maßnahmen von 92 Prozent als gerechtfertigt angenommen werden. 90 Prozent der Menschen halten sich laut eigener Angaben an die Vorgaben, nur zwei Prozent tun dies nicht. Obwohl die Hälfte der Befragten bezweifelt, dass Österreich die Situation unter Kontrolle hat, sind 70 Prozent der Meinung, dass sie hier immerhin besser gehandhabt wird als in den meisten anderen EU-Ländern. Auch das Vertrauen in die Versorgung ist sehr hoch: Spitzenreiter in Sachen Vertrauen sind Apotheken und der Lebensmittelhandel. Auch der Polizei und dem Bundesheer schenken mehr als die Hälfte der Befragten Vertrauen in der Krise.

Die meisten Österreicher informieren sich über die klassischen Medien Fernsehen, Radio und Zeitungen. Generell ist das Informationsbedürfnis recht hoch und eine große Mehrheit (77 Prozent) fühlen sich gut bis sehr gut über die Krankheit informiert.

Die genauen Zahlen der Befragungen können HIER nachgelesen werden.

-red-


01.04.2020

COVID-19 Verhaltensregeln für das Bundesheer

Am 31. März 2020 veröffentlichte das Bundesministerium für Landesverteidigung eine Broschüre, in der die wichtigsten Informationen zu den Verhaltens- und Hygienemaßnahmen zum Umgang mit COVID-19 zusammengefasst wurden.

Neben den allgemein gültigen Verhaltensregeln (Social Distancing, häufiges Händewaschen, etc.) gibt es für Soldaten spezielle Regelungen, die besonders beachtet werden müssen. Die Einhaltung und Durchsetzung dieser ist die wichtigste Aufgabe der Kompaniekommandanten. Diese müssen auch den Sinn und Zweck aller getroffenen Maßnahmen klar und verständlich vermitteln, um Falschmeldungen und Gerüchte im Keim zu ersticken.

Grundsätzlich gilt auch im Dienstbetrieb die Eingrenzung der Kontakte als besonders wichtige Regel. Züge und Gruppen sollen nur innerhalb dieser interagieren und durch einer Staffelung des Tagesablaufes soll die Anzahl der Begegnungen minimiert werden. Zusätzlich müssen alle Kommandanten und Schlüsselfunktionen einen Stellvertreter haben, mit dem so wenig Kontakt wie möglich herrscht.

Die Einhaltung der Abstandsregel (mindestens ein Meter, besser zwei) wird besonders hervorgehoben. Um dies zu gewährleisten gibt es einige Veränderungen im Alltag. Beispielsweise dürfen Stockbetten in den Unterkünften nur noch von einer Person belegt werden; die Nassräume dürfen nur in kleinen Gruppen aufgesucht werden, weshalb für den Besuch dieser mehr Zeit einzuplanen ist; Fahrzeuge dürfen nicht voll besetzt sein und in den Lehrsälen darf nur jeder zweite Platz belegt werden. Um dies zu ermöglichen, muss die Infrastruktur angepasst werden: Türen sollten nach Möglichkeit geöffnet bleiben; Einbahnsysteme bei Gängen und Treppen sollen bei Bedarf eingeführt werden; sanitäre Anlagen können gesperrt werden; nötigenfalls sollen mehr Raucherzonen eingerichtet werden etc.

Da der Umgang mit einer Ausnahmesituation wie der aktuellen Pandemie auch negative psychologische Auswirkungen haben kann, ist es besonders wichtig, in diesem Bereich vorzubeugen. Bewegung im Freien, das bewusste und kritische Aneignen von seriösem Wissen rund um den Virus, Entspannungstechniken, regelmäßiger Schlaf und eine positive Grundhaltung – all das kann im Umgang mit der Situation hilfreich sein. Sollte das nicht ausreichen, steht auch die Help-Line des Bundesheeres stets zur Verfügung (Tel.: 050201 99 16 56).

HIER ist das ganze Dokument als Download.

-red-


31.03.2020

Einsatzübergabe in Tirol

Am 31. März 2020 übergab Generalmajor Herbert Bauer die Verantwortung über das Militärkommando Tirol an Oberst dG Ingo Gstrein. 

Auf den traditionellen Festakt zur Übergabe musste aufgrund der Corona-Krise verzichtet werden. Anstelle dessen gab es eine „einsatzmäßige Kommandoübergabe“, die ohne Gäste und Truppe durchgeführt wurde. Angetreten waren lediglich der Insignientrupp des Militärkommandos Tirol, der stellvertretende Militärkommandant, der im Assistenzeinsatz führende Bataillonskommandant mit vier Kompaniekommandanten und der Kommandant der Stabskompanie des Militärkommandos. In einer Videobotschaft bedankten sich Generalstabschef Robert Brieger, Tirols Landeshauptmann, Günther Platter und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei Generalmajor Herbert Bauer für seine Kommandoführung und wünschten dem neuen Militärkommandanten, Oberst dG Ingo Gstrein, „Viel Soldatenglück“ bei seiner neuen Aufgabe. 

Generalmajor Bauer durchlief zahlreiche Stationen in seiner 46jährigen Dienstzeit beim Österreichischen Bundesheer.  Unter anderem führte er das Jagdkommando, die 6. Jägerbrigade und war seit 2002 Militärkommandant von Tirol. Darüber hinaus war Bauer zwischen 2003 und 2005 als Kabinetts- und Stabschef beim damaligen Verteidigungsminister und aktuellen Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter, tätig. Bauer führte den laufenden Einsatz zur Bewältigung der Corona-Krise bis zum letzten Tag seiner Dienstzeit.

Oberst Ingo Gstrein ist seit 1996 beim Österreichischen Bundesheer und beendete 2001 die Ausbildung zum Pionieroffizier an der Theresianischen Militärakademie. Er ist Absolvent des 18. Generalstabslehrganges an der Landesverteidigungsakademie, wo er danach tätig war. Wie sein Vorgänger war auch Gstrein im Kabinett des Bundesministers tätig, bevor er nach Tirol ging. Er beginnt seine neue Funktion als Militärkommandant in einer der forderndsten Phasen der Zweiten Republik und des Österreichischen Bundesheeres.

-red-


30.03.2020

Bundesregierung verschärft Maßnahmen

Am 30. März 2020 um 1100 Uhr verkündete die Bundesregierung bei einer Pressekonferenz die Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. 

Die wesentlichste Maßnahme wird das zukünftige Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS-Masken) in der Öffentlichkeit sein. Diese müssen ab dem Zeitpunkt der Ausgabe in Supermärkten verpflichtend getragen werden, außerhalb von diesen bleibt es eine Empfehlung. Das Tragen von Masken ersetzt die Einhaltung der 1-Meter-Abstands-Regel nicht, sondern ergänzt diese. Die Exekutive soll die Einhaltung der gültigen Verordnungen noch stärker überprüfen. Wie sich die Verschärfungen auf den Einsatz des ÖBH auswirken ist noch ungewiss. Sie scheinen jedoch die Einschätzung der Heeresführung zu bestätigen, die von einem verstärkten Engagement im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz ausgeht.

-red-


30.03.2020

Einsatz bei Handelsketten beendet

Nach zwei Wochen endete die Unterstützungsleistung des Bundesheeres in den Großlagern von Supermarktketten.

Bis zu 753 Soldaten und Zivilbedienstete von 18 Dienststellen waren in 31 Lebensmittellagern und Verteilerzentren in allen Bundesländern eingesetzt. Zwölf Stunden nach ihrer Anforderung waren die ersten von ihnen vor Ort und nach 48 Stunden wurde bereits der Höchststand erreicht. Während des Einsatzes, der in drei Schichten organisiert wurde, führten die Soldaten und Zivilbediensteten Tätigkeiten wie das Kommissionieren von Waren, Befüllen von Regalen, Beladen von Lkw, die Desinfektion von Türschnallen in den Lagern oder die Kontrolle von Sicherheitsmaßnahmen durch. Ebenfalls vor Ort waren Militärmusiker (z. B. Militärmusik Kärnten) und bis zu 250 Bundesheer-Leistungssportler, darunter die Biathleten Dominik Landertinger, Simon Eder, Snowboarderin Sabine Schöffmann, Skeletonpilotin Janine Flock, Schispringerin Eva Pinkelnig oder der Rennfahrer Ferdinand Habsburg.

Der Einsatz des Österreichischen Bundesheeres stellte die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in der Anfangsphase des Lockdowns sicher und verhinderte einen möglichen Kollaps in diesem – für das Funktionieren der Gesellschaft wichtigen - Bereich. Die eingesetzten Kräfte befinden sich wieder an ihren Dienststellen und stehen somit auch wieder für Assistenzanforderungen zur Verfügung, um die aktuelle Corona-Krise zu bewältigen. 

-red-


23.03.2020

Am 4. Mai soll die Miliz einrücken

Die Bundesministerin für Landesverteidigung, Klaudia Tanner, gab bei einer Pressekonferenz mit General Robert Brieger (Generalstabschef) und Generalmajor Erwin Hameseder (Milizbeauftragter des Österreichischen Bundesheeres) die folgenden Informationen zur Einberufung der Miliz bekannt:

  • 3.000 Milizsoldaten - rund zehn Prozent der Gesamtstärke der Miliz- werden einberufen;
  • ab 10. April sollen die betroffenen Einheiten feststehen, die ab dem 4. Mai zu einer etwa zweiwöchigen Einsatzvorbereitung einrücken und ab dem 18. Mai in den Einsatz gehen sollen;
  • das BMLV geht von einem sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz für die einberufenen Milizeinheiten aus.


Sowohl Bundesministerin Klaudia Tanner als auch Generalmajor Erwin Hameseder versicherten, die Interessen der Unternehmen, Milizsoldaten und der Bevölkerung nach Schutz und Hilfe in dieser außergewöhnlichen Situation so gut wie möglich zu berücksichtigen. Aus diesem Grund wurde für die Aufbietung der Miliz der oben angeführte Zeitrahmen gewählt und Einheiten aus dem gesamten Bundesgebiet einberufen. Darüber hinaus sollen keine Personen einberufen werden, die in der kritischen Infrastruktur tätig sind oder Bataillonskommanden gebildet werden, da in diesen beispielsweise Ärzte dienen.

Für alle Fragen zum geplanten Einsatz steht für die Angehörigen der Miliz die Hotline 050201 zur Verfügung.

-red-