Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

31.01.2019

Indien: Neuer Marinestützpunkt im Golf von Bengalen

Am 23. Jänner 2018 eröffnete der Kommandant der indischen Marine, Admiral Sunil Laba, den dritten Stützpunkt der Marine auf den Andamanen und Nikobaren im Golf von Bengalen.

Der Stützpunkt „INS Kohassa“ befindet sich 300 km nördlich von Port Blair. Gegenwärtig verfügt er über eine Landebahn mit einer Länge von 1.000 Metern. In Zukunft soll diese aber auf 3.000 Meter ausgebaut werden, damit auch Langstreckenaufklärer und Kampfflugzeuge den Stützpunkt benützen können.

Von den 1,2 Millionen Schiffen, die den indischen Ozean befahren, kommen 70.000 durch die Straße von Malakka in den Golf von Bengalen. Indien will mit seinen drei Stützpunkten in der Region unter anderem die Aktivitäten der chinesischen Marine kontrollieren und im Kriegsfall den Zugang zum Indischen Ozean sperren können.

-nt-


30.01.2019

Südkorea: Keine Einigung über Finanzierung der US-Truppen

2018 lief der Vertrag zwischen Südkorea und den USA über die Finanzierung der US-Truppen in Südkorea aus. Seit März 2018 konnte in zehn Verhandlungsrunden keine Einigung über ein neues Budget erzielt werden.

Bis dato bezahlte Südkorea 960 Millionen Won (743 Millionen Euro) pro Jahr für die Stationierung der 28.500 US-Soldaten im Land. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat laufend eine Erhöhung des Beitrages Südkoreas gefordert, weil er davon ausgeht, dass die USA den größten Anteil der Kosten für die Sicherheit Südkoreas bezahlen. In der letzten Verhandlungsrunde im Dezember 2018 wurde von der amerikanischen Seite ein doppelt so hoher Betrag (1,4 Milliarde Euro pro Jahr) gefordert.

Südkorea zeigte sich über die unerwartete massive Steigerung überrascht. Die Art der Verhandlung und die Höhe des Betrages mache es für Südkorea „unmöglich“ diese Forderungen zu akzeptieren. Außenminister Kang Kyeong-hwa hat das Parlament von Stand der Verhandlungen informiert. Von Seiten des Parlaments heißt es, dass Südkorea nicht mehr als eine Trillion Won (783 Millionen Euro) bezahlen kann.

Außerdem wird eine Vertragsdauer von fünf Jahren gefordert und nicht, wie es die USA wünschen, den Vertrag auf ein Jahr zu begrenzen. Die USA haben Südkorea gewarnt, dass im Falle einer Nichteinigung bis April, die 8.700 koreanischen Zivilangestellten der amerikanischen Armee in Korea auf Urlaub geschickt werden müssen, bis eine Einigung erzielt ist.

-nt-


29.01.2019

Philippinen: Weitere Kämpfe mit Maute-Gruppierung

Am 24. Jänner 2019 begannen Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der Maute-Gruppierung in der Provinz Lano del Sur.

Die 103. Infantriebrigade stellte eine Gruppe von Maute-Kämpfern, wobei beide Seiten in dem darauffolgenden Feuergefecht Verluste erlitten. Auf Seite der Armee wurden drei Soldaten verletzt. Die Verluste der Maute-Gruppierung sollen bedeutend höher sein - genaue Angaben wurden jedoch nicht gemacht. Die Kämpfe dauern an und die Armee hat den Befehl den letzten Rest der Maute und ihren neuen Anführer Abur Dar auszuschalten. Im Mai 2017 hat Maute die Stadt Marawi angegriffen (siehe dazu auch TD-Heft 4/2018). Bei den Kämpfen starben circa 1.200 Maute-Kämpfer, Zivilisten und Soldaten. Seit damals ist das Kriegsrecht über die Provinz auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen verhängt.

-nt-


25.01.2019

Nigeria: Terroristische Gruppierung im Aufwind

In den vergangenen Monaten ist eine Intensivierung der Aktivitäten des Islamic State West Africa Province (ISWAP), einer islamistischen terroristischen Gruppierung, in den Gebieten der Subsahara zu bemerken.

Ebenso kann eine entscheidende Aufrüstung der Gruppe festgestellt werden. Die Waffenlieferungen, die aus modernem Gerät bestehen, kommen hauptsächlich vom Horn von Afrika und aus dem Nahen Osten via Sudan. Auch die Struktur der Kämpfer von ISWAP hat sich grundlegend geändert. Zunehmend tauchen erfahrene IS-Kämpfer aus Syrien und dem Irak in der Gegend auf und schließen sich der Gruppierung an. ISWAP hat ebenfalls die Strategie geändert: Zivilisten werden nicht angegriffen, damit man sich langfristig ihre Unterstützung sichert, dafür werden militärische Ziele hart angegriffen. In Gebieten der Subsahara lässt sich gegenwärtig eine Rekrutierung lokaler Quellen durch den ISWAP feststellen.

Die nigerianische Armee ist durch die langen Kämpfe mit der terroristischen Gruppierung erschöpft und demoralisiert. Hinzu kommen noch Führungsschwächen und die Korruption. Das ungeschickte Verhalten der nigerianischen Armee trägt dazu bei, dass immer größere Teile der Bevölkerung Vorteile in einer Okkupation durch den ISWAP sehen.

-nt


24.01.2019

USA: Erweiterung Raketenabwehr

Die Vereinigten Staaten wollen ihre Raketenabwehr („Ground-based Midcourse Defense“) erweitern.

Bis dato haben die USA mehr als 263 Milliarden Euro in Programme, die feindliche ballistische Raketen abfangen sollen, investiert. Dies ist jedoch laut Experten keine leichte Aufgabe. Das bisherige amerikanische System, das 2004 eingeführt wurde, hat bei Tests eine Abfangrate von unter 50 Prozent.

-red-

Weiterführende Informationen:

Trump Vows to Reinvent Missile Defenses, but Offers Incremental Plans (ausführlicher englischer Artikel der New York Times) 


23.01.2019

Kroatien: Keine F-16-Kampfflugzeuge

Doch kein Deal mit Jerusalem: Kroatien wollte ursprünglich 16 gebrauchte F-16-Kampfflugzeugen von den Israelischen Verteidigungsstreitkräften kaufen.

Das Geschäft scheiterte am Veto der USA. Kroatien wollte mit den Jets aus amerikanischer Produktion seine alternde MiG-21-Flugzeuge ersetzen. Der US-Kongress, dessen Zustimmung eine Erfordernis für den Verkauf von amerikanischen Rüstungsgüter ist, lehnte den Verkauf ab. Grund hierfür sind die elektronischen Modifikationen, die Israel an den Maschinen durchgeführt hat. Diese müssten vor dem Verkauf ausgebaut werden, was zu teuer und damit ein Verlustgeschäft für beide Seiten wäre. Kroatien sucht nun nach anderen Flugzeugen für seine Luftverteidigung.

-red-


22.01.2019

USA: Stationierung von Tarnkappenbombern im Pazifik

Die U.S. Air Force stationiert drei Tarnkappenbomber vom Typ B-2 auf Hawaii im Pazifik.

Zusätzlich zu den Bombern befinden sich 200 Mann des 393rd Bomber Squadron, inklusive Piloten und Wartungspersonal, zu Ausbildungszwecken im Stützpunkt Pearl-Harbor-Hickam. Die Tarnkappenbomber können konventionelle und nukleare Bomben tragen und werden rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, auf Bereitschaft sein.

Die Stationierung kann als Warnung gegenüber China, das weitreichende territoriale Ansprüche im Pazifik stellt, und Nordkorea aufgefasst werden. Bereits 2017 wurden B-2-Bomber im Pazifik auf der Insel Guam stationiert.

-red-


21.01.2019

China: Mobilisierung wegen US-Zerstörers

Nachdem am 7. Jänner 2019 ein amerikanischer Zerstörer ohne Genehmigung durch chinesische Hoheitsgewässer im Südchinesischen Meer gefahren ist, wurde eine Brigade zur Bekämpfung von Seezielen mobilisiert.

Die Brigade der Raketenstreitkräfte bezog Feuerstellungen auf den Plateaus und in der Wüste Nordwestchinas, um im Falle eines Feuerbefehles einsatzbreit zu sein. Die Feuerstellungen tief im Landesinneren wurde aus taktischen Gründen gewählt. Die Brigade ist mit DF-26-Raketen ausgerüstet. Diese haben eine Reichweite von 4.500 km und können sowohl mit konventionellen oder auch atomaren Gefechtsköpfen ausgestattet werden. Die DF-26 sind vorrangig zur Bekämpfung von Seezielen vorgesehen.

In der Flug-Anfangsphase haben die DF-26 eine relativ langsame Geschwindigkeit und können von der gegnerischen Aufklärung eingemessen und entsprechende Abwehrmaßnahmen getroffen werden. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Abschusses einer anfliegenden DF-26 aus großer Entfernung, wegen der hohen Fluggeschwindigkeit, sehr gering.

-nt-


19.01.2019

Pakistan: Antischiffraketen beunruhigen Indien

Auf vier in Bau befindlichen Fregatten der pakistanischen Marine werden zukünftig CM-302-Antischiffraketen eingesetzt werden. Die indische Marine ist deswegen alarmiert.

Indien ist besorgt, weil es unklar ist, ob die eigenen Kriegsschiffe diese Raketen, die eine Exportvariante der chinesischen YJ-12-Raketen sind, abwehren können. Die YJ-12 Raketen gelten als höchst gefährliche Antischiffwaffen. 

Indische Marineoffiziere gehen jedoch davon aus, dass es einige Zeit benötigt, bis die pakistanische Marine in der Lage ist, Angriffe über größere Entfernungen durchzuführen. Die Angriffsgeschwindigkeit der YJ-12-Raketen liegt bei einer Entfernung von 300 km bei Mach 3 und bei 400 km bei Mach 4. Die indische Marine muss sich darauf einstellen, das die pakistanische Marine ab 2021 eine größere Bedrohung für sie darstellt.

-nt-


18.01.2019

Indien: S-400 ab 2020

Indien erhält trotz der Drohung von Sanktionen durch die USA die ersten S-400-Flugabwehrraketen im kommenden Jahr.

Es wird bei der Beschaffung des russischen Waffensystems zu keiner Verzögerung kommen. Die ersten S-400 werden ab Oktober 2020 bei den indischen Streitkräften eingeführt. Indien hat fünf Stück um 4,75 Milliarden Euro gekauft. Um die Beschaffung gab es einen Streit zwischen den USA und Indien. Laut amerikanischen Militärs hatte Indien die Sanktionen gegen Russland umgangen, die ein Einfuhrverbot von russischen Waffen beinhalten.

Das S-400 „Triumf“ ist ein in Russland entwickeltes und produziertes, mobiles allwetterfähiges Langstrecken-Boden-Luft-Raketen-System zur Bekämpfung von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern in allen Flughöhen.

-nt-