Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

01.03.2019

Russland: Smartphone-Verbot für Soldaten

Die russische Duma stimmte für ein Verbot von Smartphones für im Dienst stehende Soldaten.

Das neue Gesetz verbietet es Armeeangehörigen ein Handy mit Aufnahmefunktionen (Foto, Video, Audio) sowie Internetzugang (Social Media) zu verwenden. Der Gebrauch von Tablets und Laptops ist völlig unzulässig. Weiterhin erlaubt sind Handys mit einfachen Anruf- und Nachrichtefunktionen (SMS). Außerdem dürfen Soldaten nicht über das russische Militär schreiben oder mit Journalisten sprechen.

Diese neuen Maßnahmen haben einen Grund: Journalismus-Projekte deckten klassifizierte, geheime Aktivitäten der russischen Armee auf, teilweise sogar in Echtzeit, da viele Soldaten einen fahrlässigen Umgang mit Social Media pflegten. Dadurch wurden Truppenbewegungen und Stationierungen öffentlich bekannt.

Russland ist nicht das einzige Land, das solche Maßnahmen bereits getroffen hat: Die U.S. Army hat ein ähnliches Verbot über Fitness-Tracker verhängt, nachdem diese Stationierungen von amerikanischen Stützpunkten im Nahen Osten verrieten. Die US-Soldaten dürfen weiterhin Social Media nutzen, jedoch unter Einhaltung von Richtlinien.

-red-


28.02.2019

China: Neue Artillerie-Technologie

Die Chinesische Volksbefreiungsarmee entwickelt eine neue Technologie für die Artillerie.

Seit einigen Jahren arbeiten Ingenieure an der Entwicklung der „Magnetized Plasma Artillery“ (Magnetische Plasma-Artillerie). Diese neue Waffentechnik basiert auf folgendem Konzept: Das Kanonenrohr wird innen mit einer Magnetschicht versehen - ein Generator stellt diese her. Beim Abschuss des Geschosses wird als Treibladung Gas in Plasma verwandelt. Das Plasma in Zusammenhang mit der reduzierten Reibung der Magnetschicht treibt die Granate mit hoher Geschwindigkeit aus dem Rohr. Die Granate erreicht eine Anfangsgeschwindigkeit jenseits von Mach 6.

Im Gegensatz zur „Railgun“ (Schienenkanone), die eine besonders aufwendige Infrastruktur benötigt, könnte die „Magnetized Plasma Artillery“ bei Panzerhaubitzen und Panzerkanonen angewendet und nachgerüstet werden. Durch die Reduzierung der Reibung innerhalb des Geschützrohrs wird die Granate nicht nur schneller, sondern auch präziser.

Außerdem wird dadurch die Lebensdauer des Rohres wesentlich gesteigert, da die Reibung reduziert wird. 155-mm-Granaten eine Panzerhaubitze können damit eine Reichweite von bis zu 100 km erreichen. 2015 wurde für diese Technologie ein Patent eingereicht. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für den Test im scharfen Schuss.

-nt-


26.02.2019

Russland: Unterwasserfahrzeug „Poseidon“ präsentiert

Das russische Verteidigungsministerium präsentierte am 20. Februar 2019 erstmals die atomar angetriebene, unbemannte Unterwasserdrohne „Poseidon“.

Das neue Waffensystem kann nukleare Sprengköpfe mehrere hundert Kilometer weit transportieren. „Poseidon“ soll bis zu 200 km/h schnell sein und wird von bemannten U-Booten aus gestartet. Russlands Präsident Putin sagte, dass die Tests mit dem Unterwasserfahrzeug erfolgreich verlaufen waren. Daher solle es noch im Frühjahr 2019 in den Dienst der russischen Marine gestellt werden.

-red-

Weiterführende Informationen:

Präsentation der „Poseidon“ (Video des russischen Verteidigungsministeriums)


25.02.2019

China: Erstmals Frauen bei Panzertruppe

Frauen rücken zur Panzertruppe der Volksbefreiungsarmee ein: Gegenwärtig wird die erste Gruppe weiblicher Panzerfahrer ausgebildet.

Die Zweifel der Ausbildner, dass Frauen die körperlichen Anstrengungen eines Panzerfahrers nicht bestehen können, erwiesen sich im Zuge der Ausbildung als unbegründet. Panzerfahrer müssen diverse Reparaturarbeiten am Panzer durchführen können, die körperlich herausfordernd sind. Alle Kursteilnehmerinnen zeigten, dass sie den Anforderungen gewachsen waren. Die Fahrerinnen werden auf dem Kampfpanzer Typ 59 ausgebildet und später auf den modernen Typ 99A umgeschult.

-nt-


22.02.2019

Indien: Gefecht in Kaschmir-Region

Einige Tage nach einem schweren Anschlag mit 41 Toten kam es zu einem Feuergefecht mit Aufständischen in der umstrittenen Region Kaschmir zwischen Indien und Pakistan.

Vier indische Soldaten starben bei einem Schusswechsel mit Rebellen am 18. Februar 2019. Bei dem Gefecht wurde ein weiterer Soldat schwer verletzt sowie drei Aufständische getötet. Die indischen Behörden ließen verlauten, dass es sich bei den getöteten Rebellen eventuell um die Drahtzieher des Anschlages zuvor handelte.

Am 14. Februar 2019 starben bei einem Selbstmordschlag in der Kaschmir-Region 41 Sicherheitskräfte. Es war einer der tödlichsten Anschläge in vergangener Zeit. Seit 1947 ist Kaschmir zwischen Indien und Pakistan geteilt und ein dauerhaftes Konfliktthema, da beide Seiten die Region vollends beanspruchen.

-red-


21.02.2019

China: Höheres Verteidigungsbudget

Die Volksrepublik China wird beim „Volkskongress“ im März 2019 ihr Verteidigungsbudget von 155 Milliarden Euro auf 158 Milliarden Euro erhöhen.

Die Chinesische Volksbefreiungsarmee hat noch großen Nachholbedarf in Sachen Modernisierung. Viele Panzerverbände sind beispielsweise noch mit den veralteten T-54-Kampfpanzern ausgestattet und sollen durch den Type 99A ersetzt werden. Ebenso werden die Kampfflugzeuge J-7 gegen moderne Kampfflugzeuge ausgetauscht.

Generell werden alle Streitkräfte auf modernes Gerät für das Gefechtsfeld des 21. Jahrhunderts umgestellt. Bis 2020 soll die komplette Mechanisierung bei den Heeresverbänden abgeschlossen sein. Die komplette Digitalisierung der Streitkräfte wird noch einige Zeit benötigen.

-nt-


20.02.2019

Mali: Bundeswehr-Konvoi beschossen

Am 17. Februar 2019 beschossen Unbekannte einen Konvoi der Bundeswehr mit Handwaffen.

Die Bundeswehrsoldaten waren gegen 2100 Uhr im Einsatz, um ein belgisches Fahrzeug zu bergen. Bei den Angreifern handelt es sich vermutlich um Soldaten der malischen Streitkräfte. Die Bundeswehr erwiderte das Feuer, verletzte einen malischen Soldaten, verzeichnete aber keinen eigenen Verletzten. Die genauen Umstände des Vorfalles sollen nun aufgeklärt werden.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2013 an dem UN-Einsatz in Mali mit rund 1.000 Soldaten. Auch ein Kontingent des Bundesheeres steht in Mali im Einsatz. Das Ziel der multidimensionalen integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) ist eine Stabilisierung des westafrikanischen Landes. Mali gilt als einer der gefährlichsten UN-Einsätze. 

-red-

Weiterführende Informationen:

Bundeswehr-Konvoi von malischen Soldaten beschossen (Artikel/Spiegel Online)


19.02.2019

Ukraine: Upgrade für T-64

Der ukrainische Rüstungskonzern UkrOboronProm stellte am 11. Februar 2019 eine verbesserte Version des T-64-Kampfpanzers vor.

Die nachgerüstete Version des T-64 verfügt über eine neue Wärmebildkamera, ein Nachtsichtgerät der dritten Generation und eine zusätzliche passive Panzerung. Darüber hinaus ist der Kampfpanzer mit dem neuen digitalen Funkgerät „Lybid-K 2RB“ ausgestattet, das Kommunikation (geschützt vor Störungen und Abhören) auf Entfernungen von bis zu 70 km ermöglicht. Das Charkiwer Panzerwerk liefert nach den Erprobungen die modernisierten T-64 serienmäßig an die ukrainische Armee. Seit 2017 wurden mehr als 100 Kampfpanzer ausgeliefert.

-red-


15.02.2019

Australien: Milliarden-U-Boot-Deal

Australien bestellte zwölf Jagd-U-Boote um mehr als 30 Milliarden Euro von dem französischen Rüstungskonzern Naval Group.

Der australische Premierminister Scott Morrison unterzeichnete am 11. Februar 2019 den Vertrag bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Canberra. Es ist das größte Rüstungsgeschäft, das Australien je getätigt hat. Das erste der zwölf U-Boote der „Barracuda“-Klasse, die HMAS „Attack“, soll in den 2030er-Jahren in den Dienst gestellt werden. Sie sollen die Boote der „Collins“-Klasse schrittweise ersetzen. Die U-Boote sind Teil des 56 Milliarden teuren „National Shipbuilding Plan“. Dieser beinhaltet den Bau von 54 Schiffen in australischen Werften.

-red-


14.02.2019

Russland: Entwicklung neuer Atomraketen

Nach der Aufkündigung des Intermediate Range Nuclear Forces Treaty durch die USA, entschied sich Russland dazu landgestützte Abschussgeräte für „Kalibr“-Raketen anzuschaffen und eine neue Überschallrakete zu entwickeln.

Die beiden neuen Raketentypen sind keine völligen Neuentwicklungen und können aus bestehenden Waffensystemen relativ schnell und kostengünstig entwickelt werden. Mit diesen Maßnahmen will Russland die Reichweite seiner bodengestützten Raketensysteme erhöhen. Russland hatte bereits 2018 einen neuen Raketentyp mit Hyperschallgeschwindigkeit bei einem Test vorgeführt.

-nt-