Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

01.03.2016

Senegal: Österreichische Soldaten bei der FLINTLOCK 2016

Vom 8. bis 29. Februar 2016 nahmen rund 60 Soldaten des Jagdkommandos in Senegal an der Übung FLINTLOCK 2016 teil. Insgesamt beteiligten sich etwa 1 700Soldaten und Zivilpersonen aus 29 Nationen an dieser Übung.

Die Soldaten stammen aus West- und Nordafrika, Europa und Nordamerika. Unter anderem wurde mit einer österreichischen C-130 „Hercules“ das Absetzten von Lasten und Personen sowie der Transport von Verwundeten trainiert und insgesamt drei Lastenabwurfübungen durchgeführt. Dabei wurden Güter wie Verpflegung, Wasser, Medikamente, Zelte, Munition, Waffen und Treibstoff aus dem fliegenden Transportflugzeug mittels Fallschirm abgeworfen. Ziel der Flugübungen war die Zusammenarbeit zwischen europäischen, amerikanischen, kanadischen und senegalesischen Infanteriesoldaten.

Im Zuge von FLINTLOCK 2016 trainierten die Soldaten den größten Abwurf von Material, den die österreichischen Luftstreitstreitkräfte jemals durchgeführt haben. Insgesamt wurden dabei 1 500 Kilogramm in Form von vier Lastpaketen kurz nacheinander abgeworfen. Je nach Größe und Gewicht des Stückgutes wird dieses mit einem oder mehreren Lastenfallschirmen ausgestattet und verladen. Eine Last von 400 Kilogramm, die zugleich die Maximallast für ein Paket darstellt, benötigt drei Fallschirme. Das Absetzen erfolgte aus einer Höhe von ca. 240 Metern. Die C-130 „Hercules“ reduziert dabei ihre volle Fluggeschwindigkeit von etwa 580 km/h auf ein Drittel. Das Paket ist dabei durch eine Ausziehleine mit dem Transportflugzeug verbunden, wobei durch den Fall der Fallschirm automatisch geöffnet wird.

Gemeinsam mit polnischen Streitkräften wurde auch ein Verwundetentransport geübt. Die Sanitäter an Bord waren dabei aus Polen. Österreich stellte die C-130 „Hercules“ zur Verfügung. Um die afrikanischen Streitkräfte zu unterstützen, leisteten 31 österreichische Soldaten (Spezialkräfte) in Bakar zusätzlich „Military Assistance“ und berieten die Afrikaner in sämtlichen militärischen Belangen.

Die senegalesischen Soldaten wurden von den österreichischen Einsatzkräften in infanteristischen Themen wie den Schutz von Räumen und Grenzen ausgebildet und erhielten Schulungen in der Ausbildungsmethodik wie den Umgang mit Soldaten und Unterricht im Kriegsvölkerrecht sowie der Pionierarbeit. Das österreichische Medical Team bildete im Bereich Erste Hilfe und medizinische Versorgung aus. Die Kommunikation erfolgte dabei auf Französisch und Englisch

-red-


03.02.2016

China: Hilfsfahrt nach Übung

Am 27. Jänner 2016 ist das Spitalsschiff Peace Ark nach 142 Tagen Einsatz und 32 500 Meilen Fahrt in seinem Heimathafen Zhoushan eingelaufen. Die Peace Ark war am 7. September 2015 zu einer gemeinsamen Übung vom 17. bis 22. September 2015 mit der malaysischen Marine in der Straße von Malakka ausgelaufen. Anschließend fuhr das Schiff nach Brisbane. Auf ihrer Reise durch den Pazifik legte die Peace Ark in verschiedenen Häfen an und bot der Bevölkerung medizinischer Hilfe. 17 441 Patienten wurden dabei versorgt. Die medizinische Besatzung gab zudem insgesamt 24 Seminare für 516 Ärzte und Pflegepersonal.

-nt-


12.01.2016

China: Schiffszuwachs

Am 28. Dezember 2015 wurden drei neue Schiffe bei der chinesischen Südseeflotte in Dienst gestellt. Es handelt sich dabei um das Versorgungsschiff Luguhu (Nr. 962) der Klasse 904B, das elektronische Aufklärungsschiff Neptune (Nr. 852) der Klasse 815G und das ozeanographische Forschungsschiff Qian Xuesen (Nr. 873) der Klasse 636A. Letztgenanntes ist mit seinen akustischen Sensoren in der Lage, russische U-Boote der Kilo-Klasse zu erfassen.

-nt-


08.01.2016

China: Führungsverschlankung

Am 31. Dezember 2015 wurde mit der Übergabe der Kommandoflaggen durch Präsident Xi an die neu ernannten Kommandanten, die größte Reform der Chinesischen Volksbefreiungsarmee begonnen. Die sieben Militärkommanden wurden zugunsten von fünf Heeresgruppen (Ost, West, Nord, Süd und Zentral) aufgelöst. Die neun Heeresgruppen binden alle Teilstreitkräfte ein. Gleichzeitig wurde ein Kommando Landstreitreitkräfte geschaffen, das für alle Operationsaufgaben zuständig ist.

Die Schaffung des neuen Kommandos Landstreitkräfte bedeutet eine wesentliche Verschlankung der Führung der Chinesischen Volksbefreiungsarmee und eine gemeinsame Führung. Dadurch wurde nun auch die Zentrale Militärkommission wesentlich gestärkt, da sie direkten Zugriff auf die Kampfeinheiten hat und sämtliche Aufgaben direkt koordinieren kann. Bis dato hatten 20 verschiedene Abteilungen auf jede kämpfende Truppe Einfluss gehabt, ohne dass es eine ausreichende Koordinierung im Einsatzfall gab. In der täglichen Arbeit gab es dadurch jede Menge an Überschneidungen und Hindernissen. Bis 2020 soll die Reform der Volksbefreiungsarmee abgeschlossen sein.

Im Zuge der Reform werden 300 000 Soldaten aus obsoleten Verbänden und Verwaltungen demobilisiert. Sämtliche Staatsbetriebe und Staatsverwaltungen sind von der Regierung angewiesen, dass Veteranen der Volksbefreiungsarmee aufgenommen werden müssen.

-nt-


14.07.2015

Deutschland: Neues Raubtier für Bundeswehr

Schützenpanzer "Puma"

Am 24. Juni 2015 fand auf dem Gelände von Rheinmetall Defence in Unterlüß die offizielle Übergabe des Schützenpanzers (SPz) „Puma“ an die Bundeswehr statt. Bei der anschließenden Schlüsselübergabe wurde ein überdimensionierter Fahrzeugschlüssel an General Rainer Korff (als Vertreter des Bedarfsträgers) und an die Besatzungen der beiden Vorführfahrzeuge übergeben.

Meilenstein

Mit der Übergabe des „Puma“ an die Bundeswehr wurde ein bedeutender Meilenstein im Projektverlauf erreicht. Nach einer Entwicklungszeit von 13 Jahren hat das System nun einen Reifegrad erreicht, um die stufenweise Übernahme in die Nutzung beginnen zu können. Die Entwicklung dieses hochmodernen und komplexen Kampffahrzeugs war in den letzten Jahren durch zahlreiche Schwierigkeiten und Probleme geprägt. Insbesondere die gleichzeitige Erfüllung der höchst anspruchsvollen Forderungen u. a. bezüglich des Schutzes, der Beweglichkeit, der Ergonomie, der Einsatzautonomie und die gleichzeitige Einhaltung des maximalen Lufttransportgewichtes (31,45 Tonnen) waren nur durch einen hohen konstruktiven Aufwand und Einsatz neuartiger Technologien zu erreichen. Auch die, für das Wehrmaterial der Bundeswehr geltenden, extrem hohen Forderungen bezüglich der „systems-safety“ und der „software-safety“ führten zu einem Anstieg der Komplexität - und der Kosten.

Modernste Technik

Die Feuerkraft des SPz PUMA wird einerseits durch die neu entwickelte Maschinenkanone 30-2/ABM von Mauser bestimmt. Andererseits wird das Fahrzeug zu einem späteren Zeitpunkt (2018) über zwei Lenkflugkörper „Spike-LR“ verfügen - hiermit ist eine Panzerabwehr bis auf Entfernungen von 4 000 Meter möglich. Ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt (2019) soll das Fahrzeug über eine turmunabhängige Sekundärwaffe am Heck verfügen. Die antriebsbedingte Beweglichkeit wird durch den kompakten 10-Zylinder-Dieselmotor 10V 890 realisiert, der eine Nennleistung von 800 kW (ca. 1 073 PS) aufweist. Um den Schallpegel im Inneren des Kampfraumes zu senken, sind alle schwingungserzeugenden Bauteile an einem Laufwerksträger befestigt, der über Elastomer-Elemente von der Fahrzeugwanne entkoppelt ist.

Mit 43 Tonnen ist der „Puma“ derzeit der schwerste, in Serie gefertigte Schützenpanzer. Damit verfügt er über ein überdurchschnittlich hohes Schutzniveau. Die gilt sowohl für den Minenschutz - wie auch für den ballistischen Schutz. Für den Lufttransport sind fast alle Elemente der Zusatzpanzerung demontierbar - ebenso muss dazu fast die gesamte Fahrzeugausrüstung inkl. Kraftstoff und Munition entfernt werden. Die Überlebensfähigkeit des Fahrzeuges wurde durch das abstandsaktive Schutzsystems MUSS ergänzt, welches als Soft-Kill-System das Fahrzeug vor Lenkflugkörpern schützen soll.

Erweiterte Einsatzmöglichkeiten

Der „Puma“ setzt mit seinen neuartigen Technologien nicht nur neue Maßstäbe im deutschen Panzerbau, sondern erfordert aufgrund des neuen Konzeptes (z. B. unbemannter Turm) auch neue taktische Einsatzweisen. Er ist in der Bundeswehr das erste Kampffahrzeug, bei dem der Kommandant für die Führung des Fahrzeugs und die Entschlussfassung auf die digitale Karte des Führungssystems (IFIS) - ohne einen Blick in das Gelände - angewiesen ist. Hier zeigt er große Gemeinsamkeiten mit den neuen russischen Kampffahrzeugen. Es wird voraussichtlich noch bis zum Jahr 2020 dauern, bis der „Puma“ seine volle Einsatzbereitschaft erreicht haben wird und alle noch fehlenden Baugruppen erprobt und nachgerüstet wurden. Bis dahin wird die Bundeswehr zwei Panzergrenadierbataillone mit dem „Marder“ einsatzbereit halten.

Rolf Hilmes


19.05.2015

Russland: Erhöhte Abwehrvorbereitungen

Am 9. April 2015 stellte Präsident Putin­ in einer Besprechung mit führenden Offizieren der russischen Streitkräfte fest, dass Russland zunehmend von offensiven ausländischen Kräften bedroht wird und dafür nun gerüstet sein muss.

Die Bedrohungen können von Russland nicht ignoriert werden. Um für etwaige Konflikte vorbereitet zu sein, ordnete Putin eine verstärkte Übungstätigkeit der Streitkräfte an. Gemeinsame Übungen mit befreundeten Ländern sollen intensiviert und die militärische Präsenz Russlands auf der Krim und in der Arktis verstärkt werden.

-nt-


19.05.2015

Österreich/Estland/NATO: Cyber Übung „Locked Shields“

Von 20. bis 24. April 2015 fand die größte internationale Cyber Übung „Locked Shields“ statt. Organisiert wurde sie durch das NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Tallinn/Estland.

Über 400 Cyber-Spezialisten aus 16 Nationen nahmen an dieser Übung teil, darunter 16 Experten aus Österreich. Ziel war es, die Cyber-Abwehrfähigkeit, besonders von Behördenorganisationen im Bereich kritischer IT-Infrastrukturen, zu optimieren. Über ein groß angelegtes Computernetzwerk trainierten Expertenteams - von ihren jeweiligen Standorten im Heimatland - Angriffs- und Abwehrszenarien im Cyber­space. Sogenannte „Blue Teams“ waren dabei jeweils mit dem Schutz einer komplexen und kritischen IT-Infrastruktur betraut und mussten deren Betrieb im Hacker-Angriffshagel eines „Red-Teams“ möglichst störungsfrei aufrechterhalten. Die rechtlichen Voraussetzungen zur Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten stand ebenfalls im Mittelpunkt dieser Übung.

-red-


19.05.2015

Libanon: Rüstungsgeschenke

Die libanesische Armee hat 98 Land Rover-Fahrzeuge und 48 Panzerabwehrlenkwaffensysteme „Milan“ als Geschenk von Saudi Arabien erhalten.

Die Fahrzeuge und Waffen sollen die libanesische Armee in ihrem Kampf gegen Terroristen unterstützen und sind Teil eines langfristigen Unterstützungsprogrammes Saudi Arabiens.

-nt-


19.05.2015

China/Kirgistan: Antiterrorübung

Vom 21. bis 24. April 2015 nahmen Soldaten einer Spezialeinheit des Militärkommandos Lanzhou an einer Antiterrorübung im Rahmen der Shanghai Cooperation Organization (SCO) in Kirgisistan teil. Die Übung fand im unwegsamen Gebiet statt, um den Kampf gegen Terroristen im Gebirge zu schulen.

-nt-


19.05.2015

China: Raketenkauf

China wird von Russland das Flugabwehrsystem S-400 „Triumf“ (NATO-Code: SA-21 „Growler“) beschaffen. Sechs Luftabwehrbataillone sollen damit ausgestattet werden.

Die S-400 ergänzt die Luftabwehr Chinas, die sich bis dato auf chinesische HQ-9 und russische S-300 abstützt. Mit der Flexibilität der „Triumf“ lässt sich eine ganze Zielpalette, von Flugzeugen bis hin zu Raketen, auf große Entfernung bekämpfen. S-300 und HQ-9 eignen sich hingegen gut für den Kampf gegen Flugzeuge, konnten aber keine befriedigenden Ergebnisse in der Abwehr von Cruise Missiles und anderen Raketen erzielen. Mit der Beschaffung der S-400 hat China einen wesentlichen Schritt zur Absicherung seines Luftraumes getätigt. Durch die große Reichweite der S-400 wird sich auch die Luftlage an den Grenzen Chinas verändern.

-nt-