Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

18.03.2020

Pakistan: modernisierte Kampfflugzeuge

Bei der Modernisierung der JF-17-Kampfflugzeuge wurden zahlreiche neue Technologien verbaut.

Einige der verbauten Verbesserungen werden auch im neuen Modell, dem J-20-Kampfflugzeug, verwendet. Beispiele hierfür sind das holographische Weitwinkel-Head-Up-Display oder das Advanced Infrared Missile Detection System. Zusätzlich werden eine Reihe von Verbesserungen an den Bordcomputern durchgeführt und ein neues Feuerleitsystem, das den Luftkampf auf große Distanzen ermöglicht, sowie die neue PL-15 Luft-Luft-Rakete verbaut.

Die PL-15-Rakete soll durch einen starken Antrieb und ein modernes Zielradar in der Lage sein, Ziele bis zu einer Entfernung von 300 km zu bekämpfen. In ihrer Klasse soll sie selbst die moderne Version der russischen R-77-Rakete und die französische MBDA Meteor-Rakete schlagen.

-nt-


18.03.2020

Ukraine: enge NATO-Zusammenarbeit

Die Ukraine hat im Jahr 2019 Änderungen in ihrer Verfassung vorgenommen, um ehestmöglich die Euro-Atlantische Integration zu erreichen.

Ziel ist es, eine bestmögliche Zusammenarbeit zwischen dem ukrainischen Militär und den NATO-Streitkräften sicherzustellen. Aus diesem Grund hat sich die Ukraine den „Partnerschaftszielen“ verpflichtet, deren Umsetzung vom Verteidigungsministerium streng überwacht wird. 2020 sollen weitere Partnerschaftsziele für die folgenden zwei Jahre festgelegt werden. Ebenfalls noch 2020 sollen drei Ziele erreicht werden: die Zusammenarbeit zwischen dem ukrainischen Militär und den NATO-Mitgliedsstaaten soll optimiert werden, die Modernisierung der Streitkräfte soll vorangetrieben werden und das bereits angekündigte Waffenentwicklungsprogramm soll umgesetzt werden.

Langfristig möchte die Ukraine die momentan besetzten Gebiete zurückerlangen, die militärische Aggression Russlands unterbinden und die internationale Ordnung wiederherstellen. Die ukrainische Regierung ist davon überzeugt, dass diese Ziele nur mit der Unterstützung der NATO erreicht werden können.

-red-


17.03.2020

China: Zertifizierung neuer Kriegsschiffe

Um ihre zwei neuen Kriegsschiffe zu zertifizieren, führte die chinesische Nordseeflotte Ende Februar ein dreitägiges Manöver durch.

Bei den neuen Schiffen handelt es sich um den Zerstörer „Guiyang“ der Klasse 052D und die Fregatte „Zaozhuang“ der Klasse 054A. Die Kriegsschiffe wurden in verschiedenen Kampfszenarien geprüft, unter anderem im Kampf gegen Überwasserschiffe, U-Boote, Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und der elektronischen Kampfführung (ELOKA). Sowohl die Schiffe als auch die Mannschaften bestanden die Prüfungen.

-nt-


17.03.2020

Australien: Angebot über Aufklärungsdrohnen

Australien hat ein Angebot des US-amerikanischen Herstellers Northrop Grumman über Aufklärungsdrohnen erhalten.

Die Drohnen wären ursprünglich für die U.S. Navy gedacht, die jedoch bis 2023 kein Budget für die Anschaffung hat. Australien hat bereits eine Triton-Drohne bestellt und einen Bedarf von insgesamt sechs Stück gemeldet. Das Angebot wird nun von der australischen Regierung geprüft.

-nt-


17.03.2020

Ukraine: Neuer Verteidigungsminister

Am 4. März 2020 wurde Andrii Taran zum neuen Verteidigungsminister der Ukraine bestellt.

Der neue Minister wurde 1955 in Frankfurt (Oder) in Deutschland geboren. Taran hat sowohl in der Ukraine als auch in den USA studiert und weist zwei Masterabschlüsse vor. Zwischen 1972 und 2016 war er im Militär aktiv und verließ seinen Dienst im Rang eines Generalleutnants. Bisher war Taran unter anderem als Verteidigungsattaché in der ukrainischen Botschaft in den USA und als Repräsentant des Verteidigungsministeriums bei den Vereinten Nationen tätig. Zudem war er bei den Missionen in den Regionen Donetsk und Luhansk beteiligt und ist Träger des Bogdan-Chmelnizki-Orden zweiter und dritter Klasse.

-red-


16.03.2020

Deutschland: Nachfolge des Mehrzweckkampfflugzeuges Tornado – die Finalisten

Die Nachfolge für das Waffensystem „Tornado“ steht für die deutsche Luftwaffe bevor, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit&Technik (Ausgabe 1/2020).

Der Tornado erfüllt neben taktischer Aufklärung, Luftnahunterstützung (CAS), Abriegelung des Gefechtsfeldes (AI), Kampf gegen feindliche Luftstreitkräfte am Boden und Überwassereinheiten und Unterdrückung der feindlichen Luftabwehr auch die wesentliche Aufgabe der nuklearen Teilhabe. Im Jänner 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Entscheidung zwischen dem Eurofighter und der amerikanischen F-18 „Hornet“ zu treffen sein wird.

Bei der F-18 wird die Variante E/F Block III, die auch in den nächsten Jahren bei der U.S. Navy eingeführt wird, die Basis der Beurteilung bilden. Einen wesentlichen Einfluss auf die Systemauswahl wird aber die nukleare Teilhabe darstellen, in deren Rahmen deutsche fliegende Plattformen für den Einsatz US-amerikanischer nuklearer Freifallbomben eingesetzt werden. Es ist nicht abzusehen, wie lange die Zertifizierung des nicht-US Produkts Eurofighter für die nukleare Rolle durch die USA dauern wird.

-hb-


16.03.2020

Indien: Raketenbeschaffung nach Luftgefecht

Nach den Luftkämpfen in Balakot (Pakistan) im Februar 2019 sieht Indien einen dringenden Bedarf an Luft-Luft-Raketen mit großer Reichweite.

Bei dem Gefecht, nahe der umstrittenen Region Kashmir, wurde Indien durch die pakistanische Luftwaffe überrascht, die den Luftkampf bereits aus einer Entfernung von etwa 100 km eröffnete. Zum Einsatz kamen indische MiG-21-Kampfflugzeuge, die von den pakistanischen F-16 mit AIM-120 AMRAAM-Lenkwaffen abgeschossen wurden. Die ebenfalls eingesetzten Su-30-Kampfflugzeuge konnten den Luftkampf mit den pakistanischen Maschinen nicht aufnehmen, da sie mit den russischen Wympel R-77-Raketen (Reichweite etwa 80 km) außerhalb der Reichweite waren und mussten so den pakistanischen Angriffen ausweichen.

Die indische Luftwaffe untersucht nun die Option in den nächsten zwei Jahren ihre Kampfflugzeuge mit israelischen Luft-Luft-Raketen auszustatten. Dafür müssten an den russischen Kampfflugzeugen allerdings einige große Veränderungen vorgenommen werden. Russland hat Indien daher eine modernere Version der Wympel R-77-Raketen angeboten, die sich ebenfalls für den Einsatz auf große Entfernungen eignen.

-nt-


13.03.2020

USA/China: Angriff im Pazifikraum

US-amerikanische und chinesische Repräsentanten sind uneins über den Verlauf eines Angriffes im pazifischen Ozean.

Am 17. Februar wurde ein US-amerikanischer Seeaufklärer (P-8A Poseidon) 380 Seemeilen westlich von Guam durch einen Zerstörer der chinesischen Marine mit einem Waffenlaserstrahl angegriffen. Der Laserstrahl war für das menschliche Auge nicht sichtbar, wurde jedoch von den Waffensensoren der P-8A registriert und als Gefährdung für Flugzeug und Mannschaft wahrgenommen. Dies war der erste Einsatz eines Waffenlasers durch die chinesische Marine gegen amerikanisches Militär.

Die USA hat scharfe Kritik an dem Angriff geübt, da er gegen den 2014 mit China abgeschlossenen Code für ungeplante Begegnungen verstoße. China hingegen dementiert jegliche Vorwürfe und gibt an, das Flugzeug mehrfach gewarnt zu haben, weil es über einen längeren Zeitraum auf niedriger Flughöhe um das Schiff gekreist war.

-nt-


12.03.2020

Deutschland: Schützenpanzer „Puma“

Der „Puma“ wird in das System Panzergrenadier eingeführt und soll in den nächsten Jahren den Schützenpanzer „Marder“ ablösen, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit&Technik (Ausgabe 1/2020).

Das System Panzergrenadier umfasst die Koppelung von Einzelsystemen. So werden „Infanterist der Zukunft“, „Führungsinformationssystem Heer“, die integrierten Waffen- und Einsatzsysteme und das Blue Force Tracking zusammengeführt. Die Panzergrenadiere sind gemeinsam mit der Panzertruppe die Hauptträger der Landoperationen in der Bundeswehr. Ein bestimmender Faktor für die Einführung des Schützenpanzer Puma war die Luftverlegbarkeit im Transportflugzeug Airbus A400M. Das Gewichtslimit von 31,45 Tonnen führte zum modularen Aufbau des Schützenpanzers und zum unbemannten Turm. Derzeit sind fünf Panzergrenadierbataillone mit dem „Puma“ ausgestattet.

-hb-


11.03.2020

Italien: Militärische Unterstützung nach Ausbruchswelle in Gefängnissen

Gerade in Ausnahmesituationen zeigt sich, dass das Militär als Sicherheitsreserve eine entscheidende Rolle einnimmt.

Wie rasch und unerwartet diese eintreten können, zeigt sich aktuell in Italien: in mehreren Gefängnissen des Landes kam es nach Einschränkungen aufgrund der COVID19-Problematik zu Revolten, Ausbrüchen und sogar Todesopfern. Um die Situation zu entschärfen wird nun auch das Militär eingesetzt.

Nachdem in den vergangenen Tagen verschiedene Restriktionen in italienischen Gefängnissen angeordnet wurden, beispielsweise das Aussetzen der Besuche, kam es in mehreren Anstalten (in den Städten Reggio Emilia, Ferrara, Alessandria, Pavia, Frosinone, Neapel, Modena, Foggia, Alessandria und Verona) zu Ausschreitungen. In dem Gefängnis in Pavia, südlich von Mailand, wurden beispielsweise zwei Wächter vorübergehend als Geiseln genommen. Den Häftlingen gelang es so, zahlreiche weitere Insassen zu befreien. In Foggia konnten mindestens 72 Personen aus dem Gefängnis entkommen. Laut aktuellen italienischen Medienberichten (Stand: 11. März 2020) konnten inzwischen 61 Insassen wieder in Gewahrsam genommen werden, elf werden weiterhin gesucht. In Mailand nutzen die ausgebrochenen Häftlinge die mediale Aufmerksamkeit, um gegen schlechte Hygienebedingungen und überfüllte Gefängnisse zu protestieren. Insgesamt kamen bei den Unruhen acht Insassen ums Leben.

Die Ausbrüche sorgten teilweise für Panik in den betroffenen Regionen. Die Bewohner verließen ihre Häuser nicht mehr, Geschäfte blieben geschlossen. Damit sich die Situation schnellstmöglich wieder normalisiert, werden auch Soldaten eingesetzt, um die geflüchteten Häftlinge wieder einzufangen.

-red-