Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

23.11.2018

Rumänien: Weitere Luftverteidigungssysteme

Die rumänischen Streitkräfte beschaffen drei weitere Luftverteidigungssysteme vom Typ MIM-104 „Patriot“.

Der Kauf erfolgte im November 2018 als „Foreign Military Sale“ von den USA. Bereits im Mai 2018 hat Rumänien ein „Patriot“-System erworben. Das bodengestützte Flugabwehrraketen-System MIM-104 wird gegen Raketen, Marschflugkörper, Flugzeuge und Drohnen eingesetzt. Es wird von vielen NATO-Staaten, unter anderem den USA, Deutschland, Spanien und Polen, genutzt.

Rumänien rückt damit dem geforderten NATO-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Verteidigungsausgabe aufzuwenden, näher.

-red-


22.11.2018

China: Neue Trägerrakete und Raumfahrzeug in Entwicklung

China entwickelt eine neue Trägerrakete, mit der 25 Tonnen Last zum Mond transportiert werden können.

Mit der Rakete sollen ebenso 70 Tonnen Fracht, unter anderem Satelliten, in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Die Rakete hat eine Länge von 90 Metern und einen Durchmesser von fünf Metern. Ebenso wird an einem neuen Raumfahrzeug gearbeitet, das neun Meter lang ist und ein Gewicht von 23 Tonnen hat. Es besteht aus zwei Teilen, dem Wiedereintrittsteil und dem Serviceteil. Außerdem ist das Raumfahrzeug wiederverwendbar. Gegenwärtig werden die Triebwerke der neuen Rakete getestet. Wann die Trägerrakete und das Raumfahrzeug in Dienst gestellt werden, ist noch unklar.

-nt-


21.11.2018

Japan/Russland: Friedensgespräche über Rückgabe der Kurileninseln

Japans Premierminister Abe und der russische Präsident Putin sind am Rande des 35. Asian Summits in Singapore übereingekommen, die Friedensgespräche zwischen den beiden Ländern zu beschleunigen und den territorialen Status der Kurilen zu klären.

Die Kurilen wurde im Zweiten Weltkrieg von Russland besetzt. Bis dato wurde kein offizieller Friedensvertrag zwischen Japan und Russland unterzeichnet. Japan ist von seiner bisherigen Forderung abgekommen, dass alle Inseln der Kurilen zu Japan zurückkehren müssen. Es könnte sich nun mit der Rückkehr von Shikotan und Habomai begnügen und einen wirtschaftlichen Zugang zu Etorofu und Kunashiri verlangen.

Japan hat damit das alte Angebot Moskaus aus dem Jahre 1956 wieder aufgegriffen, dass zwei Inseln in Aussicht stellt, wenn der Friedensvertrag unterzeichnet wird. Für Russland könnte sich eine Einigung bezahlt machen, indem man dadurch den Einfluss der USA in der Region vermindert. 

-nt-


20.11.2018

Argentinien: Verunglücktes U-Boot geortet

Das US-Unternehmen Ocean Infinity ortete das Wrack des seit 2017 vermissten argentinischen U-Bootes „ARA San Juan“ im November 2018 vor der Küste Patagoniens. Ein Tauchroboter entdeckte Trümmerteile in 907 Meter Tiefe. Damit ist die Unglücksstelle und das Schicksal der 44 Besatzungsmitglieder des U-Bootes nach einem Jahr Suche bekannt. Die Angehörigen fordern nun eine Bergung, die aber 880 Millionen Euro kosten würde.

Am 15. November 2017 verunglückte das U-Boot nach einem Kurzschluss und Feuer an Bord. Es kam zu einer Explosion. Experten gehen von einem undichten Ventil aus, durch das Wasser in das Boot gelang.

-red-


19.11.2018

China: Neue Drohne für Marine

Bei der Airshow 2018 hat die Volksrepublik China die neuentwickelte Marinedrohne „Look Out II“ vorgestellt.

Die Drohne hat eine Länge von 7,5 Meter, ist 2,7 Meter breit und hat eine Verdrängung von 3,7 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Knoten. Die „Look Out II“ ist mit Radar und einem elektrooptischen System ausgestattet, mit dem Aufklärung durchgeführt werden kann. Sie ist auch mit einem vierfachen Raketenstarter ausgestattet, womit sich See und Landziele auf eine Entfernung von 5 km bekämpfen lassen. Die Schiessversuche haben gute Trefferergebnisse gezeigt. Die meisten Ziele konnten beim ersten Schuss getroffen werden.

Gegenwärtig ist die Drohne so ausgelegt, dass sie sich selbstständig ins und aus dem Operationsgebiet steuern kann. Der Waffeneinsatz wird gegenwärtig jedoch nicht der künstlichen Intelligenz überlassen. Die Drohne lässt sich einzeln, aber auch im Verband einsetzen. Bei Testfahrten wurden 56 Drohnen im Verband gesteuert. Durch seine geringe Größe und Wendigkeit sowie der großen Schwierigkeit die „Look Out II“ zu erfassen, können eine Reihe von Angriffs-, ELOKA-, Patrouillen-, Eskort- und Aufklärungsoperationen durchgeführt werden.

Das taktische Ziel der Drohne ist es nicht große Schiffe zu versenken, was aufgrund der Größe nicht möglich ist, aber sie kann an diese unbemerkt herangeführt werden und diese so beschädigen, dass diese von klassischen Überwassereinheiten leichter vernichtet werden können. Jede feindliche Überwassereinheit hat beim Einsatz der „Look Out II“ damit zu kämpfen, diese zu erfassen, bzw. kann sie durch einen Schwarmangriff überwältigt werden. Da es eine Exportversion der Marinedrohne geben wird, haben bereits einige Seestreitkräfte von Entwicklungsländern ihr Interesse bekundet.

-nt-


16.11.2018

Deutschland: Neue Transporthubschrauber

Die Deutsche Bundeswehr will neue Transporthubschrauber beschaffen.

Die betagten Sikorsky CH-53G „mittlerer Transporthubschrauber“ sollen in naher Zukunft (Ausmusterung spätestens 2025) ersetzt werden. Der Haushaltsauschuss des Bundes hat im November 2018 hierfür 5,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2031 freigemacht. Das Projekt „Schwerer Transporthubschrauber“ ist somit finanziell realisierbar geworden. Die Favoriten für die Nachfolge sind die CH-47 „Chinook“ von Boeing und die CH53-K „King Stallion“ von Sikorsky.

-red-


15.11.2018

Norwegen: Fregatte rammte Tanker bei NATO-Übung

Bei der NATO-Übung „Trident Juncture“ kam es am 8. November 2018 in den Gewässern von Hjeltefjorden in der Nähe Bergens zu einem folgenschweren Unfall: Die Fregatte „Helge Ingstad“ der norwegischen Marine rammte einen Tanker und ist fast komplett gesunken.

Zum Unfallhergang gibt es noch keine klaren Erkenntnisse. Beobachter gehen von menschlichem Versagen (Leichtsinn der Besatzung) aus. Die Fregatte hatte bis kurz vor der Kollision das AIS (automatisches Trackingsystem) ausgeschaltet. Trotz mehrfacher Warnung seitens des zivilen Tankers „Sola TS“ drehte das Kriegsschiff nicht ab und rammte ihn mit 17 Knoten. Ursprünglich sollte die „Helge Ingstad“ ein Navigationstraining absolvieren, bei dem der zivile Tanker einbezogen wurde.

Nach dem Zusammenprall wurde die Fregatte von Schleppkähnen gegen die Küste gedrückt und mit Stahlseilen gesichert. Die angebrachte Sicherung erwies sich jedoch als zu schwach: Nur mehr ein kleiner Aufbau und der Großmast des Kriegsschiffs ragen aus dem Wasser hervor. Die „Helge Ingstad“ soll mit zusätzlichen zivilen Kähnen geborgen und zum Heimathafen Haakonsvern für Reparaturen geschleppt werden. Wie lange das Schiff ausfällt ist noch unbekannt, der materielle Schaden ist jedenfalls hoch.

-red-

Weiterführende Informationen:

Sicherung zu schwach - norwegische Fregatte versunken (Artikel mit Bildern und Videos) 


15.11.2018

Indien: Neue Haubitzen

Die indische Armee erhält neue Panzerhaubitzen vom Typ K9 „Vajra“ sowie M777A2-Haubitzen.

Am 9. November 2018 wurde die erste Kleinserie von zehn Stück K9-Panzerhaubitzen ausgeliefert. Die K9 „Vajra“ basiert auf der südkoreanischen K9 „Thunder“ Panzerhaubitze. Sie hat eine Feuerreichweite von bis zu 38 Kilometer. Die Feuergeschwindigkeit beträgt drei Schuss in 30 Sekunden, 15 Schuss in drei Minuten und 60 Schuss in 60 Minuten. 100 Stück K9-Panzerhaubitzen sollen bis November 2020 an die indischen Streitkräfte ausgeliefert werden.

Außerdem will die indische Armee sieben Regimenter mit insgesamt 145 Stück M777A2-Haubitzen aufstellen. Diese kann per Hubschrauber („Heli-Lift“) sogar in schwerzugängliches Gelände, etwa ins Gebirge, transportiert werden. Ab August 2019 werden die ersten fünf Stück ausgeliefert.

-nt-


14.11.2018

Großbritannien: Ausmusterung der „Tornados“

Die britische Royal Air Force mustert bis 2019 ihre letzten Panavia „Tornado“ Mehrzweckkampfflugzeuge aus.

Die Luftverteidigungsversion „Tornado“ ADV wurde bereits 2011 ausgemustert. 2019 wird auch die Jagdbomber- und Aufklärungsversion GR4 am Ende ihrer Dienstzeit angekommen sein. Ihre Einsatzrolle werden Eurofighter „Typhoon“ und Lockheed Martin F-35 „Lightning II“ übernehmen.

„Tornado“-Mehrzweckkampfflugzeuge waren insgesamt 37 Jahre im Dienst der RAF. Mit 385 eingesetzten von 992 gebauten Kampfflugzeugen war Großbritannien der größte Betreiber dieses Flugzeugtyps. Auch Deutschland und Italien nutzen „Tornados“, wobei Deutschland seit geraumer Zeit ein Nachfolgemuster sucht.

-red-


12.11.2018

Großbritannien: Aufrüstung der Sturmgewehre

Die britische Armee will ihre Sturmgewehre vom Typ SA80 A2 aufrüsten.

Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch hat diesen Großauftrag erhalten. Im Gegensatz zu Neubeschaffungsvorhaben wie in Frankreich und Deutschland wollen die Briten für umgerechnet 85 Millionen Euro 44.000 ältere Gewehre vom Typ SA80 A2 zur Version A3 aufrüsten. Das entspricht Kosten von etwa 2.000 Euro pro Waffe. Das S80-Sturmgewehr wurde Anfang der 1980er-Jahre bei der britischen Armee als Standardwaffe eingeführt.

-red-