Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

30.03.2020

EU: Neue Militärmission

Die EU-Staaten haben sich auf eine neue Militär-Mission zur Überwachung des UN-Waffenembargos gegen Libyen geeinigt.

Der Einsatz soll den Namen „Irini“ (griechisch für „die Friedvolle“) tragen und die Mission „Sophia“ ablösen. Ziel der neuen Mission ist die Kontrolle des gegen Libyen verhängten Waffenembargos durch Schiffe, Flugzeuge und Satelliten. Das Mandat der Mission wurde für ein Jahr beschlossen und soll alle vier Monate überprüft werden.

Grundsätzlich gab es bereits Mitte Februar eine Einigung bezüglich des Einsatzes, doch Österreich und Ungarn blockierten das Vorhaben monatelang. Ein Grund dafür waren Uneinigkeiten über die Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen durch die Vorgängermission „Sophia. Diese wurden nach ihrer Rettung meist nach Italien gebracht. Aufgrund der aktuell herrschenden Corona-Krise sieht sich Italien nicht in der Lage, weiterhin geflüchtete Menschen aufzunehmen, weshalb sich nun Griechenland bereit erklärt hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Die „Irini“ Mission verläuft allerdings abseits der größten Fluchtrouten, weshalb sich die Zahl geretteter Menschen deutlich verringern dürfte.

-red-


30.03.2020

NATO: Nordmazedonien neues Mitglied

Am 27. März 2020 trat Nordmazedonien offiziell der NATO bei.

Durch die Hinterlegung einer Beitrittsurkunde im US-Außenministerium in Washington trat der Balkan-Staat dem Militärbündnis als 30. Mitgliedsstaat bei. Nordmazedoniens Präsident Stevo Pendarovski bezeichnete den Beitritt als einen "historischen Erfolg".

Der Beitritt des Landes wurde aufgrund von Uneinigkeiten mit Griechenland rund um den Staatsnamen verzögert. Nachdem der Name des Landes im Februar 2019 offiziell von „Republik Mazedonien“ zu „Republik Nordmazedonien“ geändert wurde, erklärte sich Griechenland bereit, die Beitrittsverhandlungen sowohl mit der NATO als auch mit der EU nicht mehr zu blockieren. Nordmazedonien ist bereits seit 2005 Beitrittskandidat für die Europäische Union.

-red-


27.03.2020

USA: Schiffe entlasten Krankenhäuser

Zwei Mercy-Klasse-Hospitalschiffe der U.S. Navy nehmen Patienten an Bord, die nicht am Coronavirus erkrankt sind, um Krankenhäuser zu entlassen.

Die Schiffe werden sonst eingesetzt, um verwundete oder erkrankte Soldaten zu versorgen. Sie bieten Platz für bis zu 1.000 Patienten und sind mit zwölf OP-Sälen, 80 Intensivstationsbetten und einem CT-Scanner ausgestattet. Die Besatzung kann auf 1.200 Sanitätskräfte und 71 Zivilbedienstete der Marines aufgestockt werden.

-red-


26.03.2020

USA: Hyperschallgleiter getestet

Das US-Militär hat am 19. März 2020 erfolgreich einen neue Hyperschallgleiter getestet.

Das Geschoss wurde auf einer zu Hawaii gehörigen Insel abgefeuert und konnte mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit (Mach 5) seinen zuvor definierten Einschlagsort erreichen. Das Pentagon spricht von einem Meilenstein, der es ermöglichen könnte, bereits 2022 über Hyperschallraketen zu verfügen.

Die USA wollen so mit Russland, wo laut eigenen Angaben bereits Hyperschallraketen in Dienst gestellt wurden, gleichziehen.

-red-


25.03.2020

Deutschland: Das Rahmennationenkonzept

Das Rahmennationenkonzept geht auf das Jahr 2013 zurück und soll in der NATO identifizierte Fähigkeitslücken gemeinsam schließen.

Deutschland nimmt innerhalb der NATO eine zentrale Rolle bei der multinationalen Fähigkeitsentwicklung ein, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit & Technik (Ausgabe 2/2020). Das Rahmennationenkonzept (Framework Nation Concept – FNC) soll dabei einen wichtigen Beitrag leisten. In „Anlehnung“ an die Rahmennation sollen die beteiligten Staaten zugewiesene Planungsziele gemeinsam erreichen und gleichzeitig die dazu nötige Interoperabilität stärken. Das Konzept verfolgt den Ausbau von zwei Säulen: erstens, die Fähigkeitsentwicklung in 23 Fähigkeitsclustern und zweitens, den Aufbau von größeren Truppenkörpern (Larger Formations). Das Programm ist auch für Partnernationen offen. In Zukunft sollen zwei Aspekte vorangetrieben werden: die weitere Harmonisierung des FNC mit der „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ (Permanent Structured Cooperation – PESCO) der EU und die Verbesserung der langfristigen Einsatzbereitschaft der Streitkräfte.

-hb-


25.03.2020

China: Wiederverwendbare Drohnen

Die chinesische Luftwaffe entwickelt aktuell eine neue Drohnengeneration.

Dabei handelt es sich um unbemannte Fluggeräten, die für Aufklärungszwecke längere Zeit über einem Gefechtsfeld bleiben und gegebenenfalls als Lenkflugkörper eingesetzt werden können. Im Falle eines Kampfauftrages sollen die Drohnen zum Stützpunkt zurückkehren und rasch für einen neuen Einsatz vorbereitet werden. Durch diese wiederverwendbaren Lenkwaffen ergeben sich eine Reihe taktischer Möglichkeiten. So kann beispielsweise die Reaktionszeit deutlich verkürzt werden indem der Zwischenschritt, bei dem eine Aufklärungsdrohne den Einsatz einer Lenkwaffe auslöst, wegfällt.

Zwei derartige Lenkwaffen sind bereits beim chinesischen Militär im Einsatz: Das erste Modell ist die CH-901, mit einer Länge von 1,2 Metern und einem Gewicht von 9 Kilogramm. Sie kann eine Fluggeschwindigkeit von 150 km/h erreichen und in einem Radius von 15 km bis zu 120 Minuten über dem Gefechtsfeld bleiben. Das zweite Modell ist die WS-43, die von einem Raketenwerfer gestartet wird. Sie kann bei einer Reichweite von 60 km bis zu 30 Minuten über dem Gefechtsfeld bleiben.

-nt-


24.03.2020

NATO: Großübung abgesagt

Aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise sagt die NATO große Teile der Übung "Defender-Europe 2020" ab.

Die „Defender“ hätte die größte NATO-Übung seit 25 Jahren werden sollen. Die NATO-Partner wollten vor allem den Aufmarsch von Truppen in Europa und deren Verlegung nach Osteuropa üben. Das Corona-Virus hat dieses Vorhaben nun deutlich eingeschränkt. Ein großer Teil der Übungen, darunter die "Dynamic Front", "Joint Warfighting Assessment", "Saber Strike" und "Swift Response", werden nicht stattfinden. Kleinere Vorhaben könnten in abgewandelter Form trotzdem durchgeführt werden.

Die meisten Soldaten werden jetzt für den realen Einsatz gegen den unsichtbaren Feind COVID-19 benötigt und kehren in den nächsten Wochen in ihre Heimatländer zurück. Laut der Deutschen Bundeswehr wurden jedoch die mit der Verlegung umfangreicher alliierter Kräfte verbundenen Ausbildungsziele bereits erreicht.

-red-


23.03.2020

Deutschland: Heer plant NATO-Speerspitze

Nachdem für das deutsche Engagement bei der Very High Readiness Joint Task Force im Jahr 2019 Gerät und Personal aus weiten Teilen des Heeres zusammengeführt werden musste, soll 2023 eine voll ausgestattete Brigade diese Aufgabe übernehmen.

Trotz der erfolgten Anstrengungen kann aber 2023 nicht alles abgedeckt werden, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit & Technik (Ausgabe 2/2020). Teilweise wird Material aus anderen Verbänden zugeführt oder gefordertes Gerät durch Alternativsysteme ersetzt werden müssen. Es bestehen offenbar Deckungslücken bei geschützten Fahrzeugen. Für die Very High Readiness Joint Task Force, die als NATO-Speerspitze fungieren soll, sind insgesamt 1.800 Fahrzeuge nötig. Im mechanisierten Bereich sollen der „Leopard 2“ in der modernsten Versionen A7 und der Schützenpanzer „Puma“ zum Einsatz kommen.

-hb-


20.03.2020

NATO: Relevance of Speed

Die Landes- und Bündnisverteidigung ist seit 2014 wieder im Fokus der politischen und militärischen Überlegungen, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit & Technik (Ausgabe 12/2019).

In Folge der Annexion der Krim durch Russland wurde durch die NATO der „Readiness Action Plan“ beschlossen, um auf künftige Bedrohungen rasch reagieren zu können. Der Abbau der militärischen Fähigkeiten, die infrastrukturelle Limitierungen im europäischen Straßen- und Schienennetz, die bürokratischen Hürden des grenzüberschreitenden Militärverkehrs und die mangelnde Geschlossenheit bei politischen Entscheidungsprozessen sollen reduziert werden. Die schnelle Projektion von militärischen Kräften steht im Mittelpunkt der Überlegungen, mit dem Ziel einen Kampf zu vermeiden. Der Faktor Zeit ist bestimmend. Bedrohungen und Eskalationen müssen erkannt, die nötigen politischen Entschlüsse gefasst und Kräfte verschoben werden können. Besonders die Behebung der Mängel im Bereich der Straßeninfrastruktur stellt erhebliche und nur mittelfristig zu bewältigende Herausforderungen dar.

-hb-


19.03.2020

Dänemark: Neue Granatwerfer für das Heer

Um der Bedrohung durch gegnerisches Steilfeuer zu begegnen, hat das dänische Heer seine Einsatzgrundsätze geändert, berichtet die Zeitschrift Europäische Sicherheit & Technik (Ausgabe 12/2019).

Der Schutz von Artilleriesoldaten muss auch während des Feuerkampfes gewährleistet sein. Diese sollen beim Feuerkampf so kurz wie möglich Zeit exponiert sein, sich größtmöglich auflockern und die Feuerstellung unmittelbar nach dem letzten Schuss verlassen. In Umsetzung dieser Überlegungen wird das neue 120-mm-Granatwerfersystem „CARDOM 10“ bei den dänischen Streitkräften eingeführt, das in „Piranha 5“-Radpanzer eingerüstet wird. Das neue System kann mit seiner reichweitengesteigerten Munition bis auf eine Entfernung von 10 km bekämpfen. Zur Unterstützung eines Infanteriebataillons werden vier Werfer zusammengefasst. 2020 laufen die ersten Systeme der dänischen Truppe zu.

-hb-