Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

07.02.2019

China: Antiradaranstrich

Chinesische Wissenschaftler haben angeblich einen Antiradaranstrich für Kampfflugzeuge entwickelt, der sie sowohl für das Auge als auch für das Radar praktisch unsichtbar macht.

Es soll sich dabei um einen silberfarbenen Anstrich handeln, der auftreffende Radarstrahlen fast ganz zunichtemacht. Die Rückstrahlung wird angeblich auf ein absolutes Minimum reduziert. In den vergangenen Monaten wurde der Anstrich auf J-16-Kampfflugzeugen unter Einsatzbedingungen ausgiebig getestet. Der führende Kampfpilot der Luftwaffe, Brigadekommandant Jiang Jiaji, zeigte sich begeistert von den Testergebnissen. Mit dem Antiradaranstrich müssen vermeintlich keine so großen Kompromisse in der Nutzlast gemacht werden, als wenn die Tarnkappeneigenschaften durch bauliche Veränderungen erreicht werden.

-red-


06.02.2019

Polen: „Black Hawks“ für Armee

Nach der polnischen Polizei kauft nun auch die Armee S-70i „Black Hawk“.

Das polnische Verteidigungsministerium gab am 24. Jänner 2019 eine Bestellung von vier S-70i bekannt. Der NATO-Mitgliedsstaat ist bereits seit mehreren Jahren auf der Suche nach einem neuen mittleren Transporthubschrauber. Das Verteidigungsministerium vergab den 158 Millionen Euro teuren Auftrag nun an Lockheed Martin.

Polen hat einen Bedarf von bis zu 50 mittelschweren Hubschraubern. Es kann davon ausgegangen werden, dass weitere Bestellungen folgen. Die ersten vier bestellten „Black Hawk“ sollen schon Ende 2019 an die Streitkräfte übergeben werden.

-red-


05.02.2019

Mazedonien: NATO-Beitritt bereits 2020 möglich

Mazedonien könnte bereits 2020 NATO-Mitglied werden.

Am 6. Februar 2019 wird der Balkanstaat das Protokoll über den Beitritt zur NATO unterzeichnen. Griechenland soll der erste NATO-Staat sein, der dieses Protokoll zum Beitritt seines Nachbarlands ratifizieren wird. Am 8. Februar 2019 will Athen das Abkommen bereits genehmigen. Der Balkan-Staat wäre das dreißigste Mitglied des Nordatlantikpaktes.

Ein Hindernis auf dem Weg zur NATO-Mitgliedschaft war ein Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien, den die beiden Staaten durch die Umbenennung Mazedoniens in die Republik Nordmazedonien beilegen konnten. In den nächsten Monaten sollen alle Tafeln an Institutionen, Unternehmen, Grenzübergängen und Botschaften mit dem neuen Staatsnamen ausgetauscht werden.

-red-


05.02.2019

USA: Zerstörer der „Zumwalt“-Klasse in Dienst gestellt

Die U.S. Navy stellte am 26. Jänner 2019 den zweiten Zerstörer der „Zumwalt“-Klasse, die USS „Michael Monsoor“ (DDG-1001), in den Dienst.

Der Lenkwaffen-Zerstörer hat eine Verdrängung von 15.995 Tonnen. Das einzigartige Design verleiht ihm einen niedrigen Radarquerschnitt („Tarnkappenschiff“). Zur Bewaffnung gehören Senkrechtstartanlagen für Flugkörper und zwei 155-mm-Geschütze. Optional kann sogar eine Railgun (Schienenkanone) ins Schiff eingebaut werden. Das Schiff ist nach Michael A. Monsoor, einem United States Navy Seal, benannt. Dieser fiel 2006 im Irakkrieg und wurde posthum mit der Medal of Honor, der höchsten militärischen Auszeichnung der USA, geehrt.

Die „Zumwalt“-Klasse ist mit 3,85 Mrd. Euro pro Einheit äußerst teuer und wird vermutlich in Zukunft nicht das „Rückgrat“ der amerikanischen Zerstörer-Flotte bilden. Ursprünglich sollten 32 Stück gebaut werden. Diese Zahl wurde aus Kostengründen jedoch stetig verringert. Lediglich drei Einheiten wurden bis dato genehmigt.

-red-


04.02.2019

Schweiz: Suche nach F/A-18-Nachfolger - Fünf Angebote für neues Kampfflugzeug.

Die Schweiz sucht einen Nachfolger für das Kampfflugzeug F/A-18. Im Jänner 2019 haben fünf Luftfahrtunternehmen erste Angebote gestellt.

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport veröffentlichte im März 2018 ein Anforderungsprofil. Basierend auf diesen bieten fünf Rüstungskonzerne folgende Flugzeuge: Eurofighter „Typhoon“ (Airbus, Deutschland), F/A-18 „Super Hornet“ (Boeing, USA), „Rafale“ (Dassault, Frankreich), F-35A (Lockheed-Martin, USA) und „Gripen“ E (Saab, Schweden).

Im Februar und März 2019 werden Spezialisten des Schweizer Rüstungsamtes und der Luftwaffe die Flugzeuge in Simulatoren testen. Außerdem werden „Produkt-Support-Audits“ stattfinden. Bei diesen wird der Betrieb und die Instandhaltung der Flugzeuge durch die jeweiligen Hersteller erläutert. Ab Juli 2019 werden Schweizer Luftwaffe-Piloten Flug- und Bodenerprobungen durchführen.

Die Erkenntnisse aus dieser Analyse- und Probe-Phase werden in Fachberichten festgehalten, die einen Vergleich der einzelnen Flugzeugtypen zulassen. Das Schweizer Rüstungsamt wird den Gesamtnutzen pro Kandidat ermitteln und die Beschaffungs- und Betriebskosten für 30 Jahre feststellen und miteinander vergleichen. Die endgültige Entscheidung wird der Bundesrat treffen - eine Volksabstimmung über die Modelle wird es nicht geben. Die derzeit genutzte F/A-18 „Hornet“ soll ab 2025 abgelöst werden. Außerdem sollen neue Boden-Luft-Raketen beschafft werden. Insgesamt will die Schweiz maximal acht Milliarden Franken für diese Beschaffungsvorhaben ausgeben.

-red-


01.02.2019

Katar: Erste Auslieferung von „Rafale“-Kampfjets

Das Emirat Katar erhält im Februar 2019 die ersten Flugzeuge vom Typ Dassault „Rafale“.

24 Mehrzweckflugzeuge (mit Option auf zwölf weitere) wurden im Mai 2015 um 6,3 Milliarden Euro von dem Emirat gekauft und sollen zwischen 2019 und 2022 in Tranchen ausgeliefert werden. Bisher war Frankreich der Alleinnutzer des Flugzeugtyps. 2015 erhielt Dassault die ersten Exportaufträge: Je 24 Stück nach Katar und Ägypten. Auch Indien will eine größere Zahl beschaffen.

Die „Rafale“ befindet sich seit 1997 in Serienproduktion und wurde von Frankreich im Alleingang entwickelt, nachdem es aus dem Eurofighter-Konsortium ausgestiegen war. Das Flugzeug zählt wie der Saab „Gripen“ und der Eurofighter „Typhoon“ zu den modernsten europäischen Kampfflugzeugen in Delta-Canard-Auslegung (Delta-Enten-Flügel). Die „Rafale“ wurde bereits in Afghanistan und Libyen von Frankreich eingesetzt. 2018 begann die Entwicklung des F4-Standards, einer Aufrüstung, um den Herausforderungen des aktuellen Gefechtsfeldes gerecht zu werden.

-red-


31.01.2019

Indien: Neuer Marinestützpunkt im Golf von Bengalen

Am 23. Jänner 2018 eröffnete der Kommandant der indischen Marine, Admiral Sunil Laba, den dritten Stützpunkt der Marine auf den Andamanen und Nikobaren im Golf von Bengalen.

Der Stützpunkt „INS Kohassa“ befindet sich 300 km nördlich von Port Blair. Gegenwärtig verfügt er über eine Landebahn mit einer Länge von 1.000 Metern. In Zukunft soll diese aber auf 3.000 Meter ausgebaut werden, damit auch Langstreckenaufklärer und Kampfflugzeuge den Stützpunkt benützen können.

Von den 1,2 Millionen Schiffen, die den indischen Ozean befahren, kommen 70.000 durch die Straße von Malakka in den Golf von Bengalen. Indien will mit seinen drei Stützpunkten in der Region unter anderem die Aktivitäten der chinesischen Marine kontrollieren und im Kriegsfall den Zugang zum Indischen Ozean sperren können.

-nt-


30.01.2019

Südkorea: Keine Einigung über Finanzierung der US-Truppen

2018 lief der Vertrag zwischen Südkorea und den USA über die Finanzierung der US-Truppen in Südkorea aus. Seit März 2018 konnte in zehn Verhandlungsrunden keine Einigung über ein neues Budget erzielt werden.

Bis dato bezahlte Südkorea 960 Millionen Won (743 Millionen Euro) pro Jahr für die Stationierung der 28.500 US-Soldaten im Land. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat laufend eine Erhöhung des Beitrages Südkoreas gefordert, weil er davon ausgeht, dass die USA den größten Anteil der Kosten für die Sicherheit Südkoreas bezahlen. In der letzten Verhandlungsrunde im Dezember 2018 wurde von der amerikanischen Seite ein doppelt so hoher Betrag (1,4 Milliarde Euro pro Jahr) gefordert.

Südkorea zeigte sich über die unerwartete massive Steigerung überrascht. Die Art der Verhandlung und die Höhe des Betrages mache es für Südkorea „unmöglich“ diese Forderungen zu akzeptieren. Außenminister Kang Kyeong-hwa hat das Parlament von Stand der Verhandlungen informiert. Von Seiten des Parlaments heißt es, dass Südkorea nicht mehr als eine Trillion Won (783 Millionen Euro) bezahlen kann.

Außerdem wird eine Vertragsdauer von fünf Jahren gefordert und nicht, wie es die USA wünschen, den Vertrag auf ein Jahr zu begrenzen. Die USA haben Südkorea gewarnt, dass im Falle einer Nichteinigung bis April, die 8.700 koreanischen Zivilangestellten der amerikanischen Armee in Korea auf Urlaub geschickt werden müssen, bis eine Einigung erzielt ist.

-nt-


29.01.2019

Philippinen: Weitere Kämpfe mit Maute-Gruppierung

Am 24. Jänner 2019 begannen Kämpfe zwischen der philippinischen Armee und der Maute-Gruppierung in der Provinz Lano del Sur.

Die 103. Infantriebrigade stellte eine Gruppe von Maute-Kämpfern, wobei beide Seiten in dem darauffolgenden Feuergefecht Verluste erlitten. Auf Seite der Armee wurden drei Soldaten verletzt. Die Verluste der Maute-Gruppierung sollen bedeutend höher sein - genaue Angaben wurden jedoch nicht gemacht. Die Kämpfe dauern an und die Armee hat den Befehl den letzten Rest der Maute und ihren neuen Anführer Abur Dar auszuschalten. Im Mai 2017 hat Maute die Stadt Marawi angegriffen (siehe dazu auch TD-Heft 4/2018). Bei den Kämpfen starben circa 1.200 Maute-Kämpfer, Zivilisten und Soldaten. Seit damals ist das Kriegsrecht über die Provinz auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen verhängt.

-nt-


25.01.2019

Nigeria: Terroristische Gruppierung im Aufwind

In den vergangenen Monaten ist eine Intensivierung der Aktivitäten des Islamic State West Africa Province (ISWAP), einer islamistischen terroristischen Gruppierung, in den Gebieten der Subsahara zu bemerken.

Ebenso kann eine entscheidende Aufrüstung der Gruppe festgestellt werden. Die Waffenlieferungen, die aus modernem Gerät bestehen, kommen hauptsächlich vom Horn von Afrika und aus dem Nahen Osten via Sudan. Auch die Struktur der Kämpfer von ISWAP hat sich grundlegend geändert. Zunehmend tauchen erfahrene IS-Kämpfer aus Syrien und dem Irak in der Gegend auf und schließen sich der Gruppierung an. ISWAP hat ebenfalls die Strategie geändert: Zivilisten werden nicht angegriffen, damit man sich langfristig ihre Unterstützung sichert, dafür werden militärische Ziele hart angegriffen. In Gebieten der Subsahara lässt sich gegenwärtig eine Rekrutierung lokaler Quellen durch den ISWAP feststellen.

Die nigerianische Armee ist durch die langen Kämpfe mit der terroristischen Gruppierung erschöpft und demoralisiert. Hinzu kommen noch Führungsschwächen und die Korruption. Das ungeschickte Verhalten der nigerianischen Armee trägt dazu bei, dass immer größere Teile der Bevölkerung Vorteile in einer Okkupation durch den ISWAP sehen.

-nt