Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

18.07.2018

Südkorea: Neueröffnung eines US-Stützpunktes

Am 6. Juli 2018 wurde der neue amerikanische Stützpunkt „Camp Humphreys“ in Pyeongtaek in Südkorea eröffnet.

Das bedeutet, dass nach über 73 Jahren die amerikanischen Streitkräfte die Garnison Yongsang aufgeben und nach Pyeongtaek übersiedeln. „Camp Humphreys“ ist der größte amerikanische Stützpunkt in Übersee mit 14,6 Millionen Quadratmetern Fläche und 551 Gebäuden. Der Stützpunkt beheimatet das Hauptquartier der 8. Armee der United States Forces Korea mit 43.000 Soldaten und ihren Familien. Neben den militärischen Einrichtungen sind Geschäfte, Sportstätten und Banken Teil des Stützpunktes.

Der amerikanische Hauptstützpunkt wurde aus Sicherheitsgründen nach Süden verlegt, um nicht im Ernstfall unter massives Feuer durch Nordkorea zu geraten. Der neue Stützpunkt befindet sich näher am Hafen von Pyeongtaek und kann dadurch einfacher versorgt werden. Die über das Land verteilten Familien der Soldaten können nun zentral wohnen und im Ernstfall schnell evakuiert werden.

Der neue amerikanische Stützpunkt hat neun Milliarden Euro gekostet und wurde zu 90 Prozent von Südkorea bezahlt. Mit dem Umzug signalisiert die USA, dass sie ihre Truppen nicht aus Südkorea abziehen oder verkleinern wollen. Sollte es zu einem Abkommen mit Nordkorea kommen, könnten die Truppen gegen China gerichtet werden.

-nt-


17.07.2018

Taiwan: Beschaffung von Abrams-Kampfpanzern

Taiwan will seinen Panzerbestand modernisieren und vergrößern: 108 M1A2 „Abrams“-Kampfpanzer um 847 Millionen Euro sollen beschafft werden.

Das taiwanesische Verteidigungsministerium hat diese Summe für das kommende Budget eingeplant und will damit die veralteten M60A3 und CM-11-Panzer ersetzen. Das Kaufgebot an die USA umfasst auch Ausbildung und Ersatzteile für fünf Jahre sowie eine unbekannte Menge 120-mm-Panzergranaten. Die USA müssen dem Verkauf noch zustimmen.

-red-


16.07.2018

Italien: Keine weiteren F-35-Kampfflugzeuge

Die italienische Verteidigungsministerin Elisabetta Trenta gab Anfang Juli 2018 bekannt, dass Italien keine weiteren F-35-Kampfflugzeuge kaufen wird.

Italien hat 2012 insgesamt 90 F-35A „Lightning“ II beim Rüstungskonzern Lockheed Martin bestellt. Diese werden als Joint Venture beim italienischen Rüstungskonzern Leonardo in Cameri im Norden Italiens gefertigt. Die kürzlich vereidigte Verteidigungsministerin, Elisabetta Trenta, will aufgrund hoher Kosten die Auslieferungen strecken, um so Geld zu sparen. Eine Annullierung der Bestellung kommt aber für Italien nicht in Frage, da diese mit hohen Vertragsstrafen verbunden wäre.

-red-


14.07.2018

Mazedonien: Einladung zur NATO

Der Nordatlantikpakt lud während des 2018 stattgefundenen Gipfels in Brüssel Mazedonien zu Beitrittsgesprächen ein.

Das ist nun möglich, da Mazedonien einen jahrzehntelangen Streit mit Griechenland beilegen konnte: Dieser drehte sich um den Namen des südosteuropäischen Staates. Statt Mazedonien soll das Land ab sofort „Republik Nord-Mazedonien“ heißen. Eine Verfassungsänderung hierzu steht noch aus, mit dem südlichen Nachbarn Griechenland konnte man sich jedoch bereits einigen.

Die Republik Nord-Mazedonien wäre das 30. Mitgliedsland der NATO. Die NATO versteht sich nicht nur als Verteidigungsbündnis, sondern auch als militärisch-politische Organisation, die Sicherheit und weltweite Stabilität zum Ziel hat. Bei ihr gibt es derzeit heftige Diskussionen um die Lastenverteilung, die sich um die nationalen Verteidigungsausgaben dreht. US-Präsident Trump fordert von seinen Bündnispartnern, dass 2014 vereinbarte „Zwei-Prozent-Ziel“ sofort umzusetzen.

-red-


12.07.2018

China: Übung mit Raketenwerfer-Brigade

Die Chinesische Volksbefreiungsarmee hat eine große Übung mit einer Raketenwerfer-Brigade durchgeführt und dabei den Masseneinsatz von DF-10A-Marschflugkörpern geübt.

Eine DF-10A-Marschflugkörper-Brigade besteht aus sechs Bataillonen mit mehr als 100 Raketenstartern, die je drei Raketen abschießen können. Eine Brigade hat eine theoretische Feuerkraft von 200 bis 300 Marschflugkörpern, die auf einen Schlag abgefeuert werden können und einen Zielbereich von 2.600 km wirksam unter Feuer nehmen können.

Die Brigade kann ihren Feuerschlag so koordinieren, dass die Raketen, von verschiedenen Feuerstellungen und zeitlich unterschiedlich abgefeuert werden, aber gleichzeitig das Zielgebiet gemeinsam erreichen. Der Feuerschlag wird durch den Einsatz von DF-16 Kurzstreckenraketen, die mit Überschall fliegen und hauptsächlich gegen Bunker- und Kavernen eingesetzt werden, noch verstärkt.

Für Beobachter ist diese Übung eine „Show of Force“ gegen Taiwan, damit die Verantwortlichen wissen, mit welchem Schlagpotential sie rechnen müssen, wenn es zu einer Konfrontation käme.

-nt-


11.07.2018

Großbritannien: 100 Jahre Royal Air Force

Die britische Royal Air Force (RAF) feierte am 10. Juli 2018 ihr 100-jähriges Bestehen.

Bei einer Luftparade über den Buckingham Palace in London, der Residenz der britischen Königin, nahmen verschiedene Formationen und Flugzeugtypen der RAF teil. Historische Spitfires, Hurricanes, ein Lancaster-Bomber sowie die neuen Flugzeugtypen Eurofighter „Typhoon“ und F-35 „Lightning“, der erstmalig der britischen Öffentlichkeit gezeigt wurde, waren Teil der größten Luftparade der vergangenen zehn Jahre.

Eine Gruppe aus 22 Eurofightern bildete zur Feier des historischen Datums eine riesige „100“-Formation über den Himmel Londons. Laut Staffelführer Mike Child erforderte diese Einlage monatelange Planung und Übung. Auch die „Red Arrows“, das Kunstflugteam der RAF, nahm an der Parade teil. In typischer V-Formation hinterließen sie die Landesfarben Rot, Weiß und Blau mit Rauch am Himmel.

-red-


11.07.2018

Russland: Neue Taktiken für Panzertruppe

Die russischen Streitkräfte haben aufgrund ihres Einsatzes in Syrien neue Taktiken für ihre Panzertruppe entwickelt.

„Jihad Autos“ (Autobomben gelenkt durch einen Selbstmordattentäter), gelenkte Panzerabwehrwaffen und improvisierte Sprengladungen (IED) stellten neue bzw. die größten Bedrohungen für Panzerverbände in Syrien dar. Aufgrund dieser Gefahren entwickelten russische Militärs neue Taktiken und Einsatzverfahren. Zwei neue Kampfverfahren wurden bei der Panzertruppe eingeführt: das „Panzer-Karussell“ und die „Panzer-Hose“.

Für jedes Einsatzverfahren wurden die besonderen Charakteristika der russischen Panzertypen und die Erfahrungen aus Einsätzen miteinbezogen. Bei der ersten Taktik ist eine Gruppe von Panzern (drei bis neun Stück) in dauerhafter Kreisbewegung, die ohne Unterbrechung auf den Gegner feuert. Diese Taktik kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn nicht bekannt ist, über welche Bewaffnung der Feind verfügt.

Die Taktik „Panzer-Hose?“ läuft folgendermaßen ab: Panzer bewegen sich von einem Graben zum anderen, in keinen wird für länger als ein paar Sekunden zum Abschuss der Panzerkanone gehalten. Nach dem Schuss bewegt sich der Panzer rückwärts in den nächsten Graben. Dadurch können feindliche Panzerabwehrwaffen die Panzer nicht oder nur schwer erfassen.

Das syrische Gelände ist vor allem durch Unebenheiten (Hügel und Gräben) geprägt. Der russische Einsatz hat gezeigt, dass in lokalen Konflikt wie in Syrien, es beim Einsatz von Panzern auf konstantes Manövrieren, Verstecken, Tarnen und Täuschen ankommt. Die Umsetzung von großen Offensiv- und Defensivoperationen mit Panzerverbänden lässt sich nur schwer umsetzen, da es keine Hauptkampflinie gibt und der Gegner in Kleingruppen in hybrider Kriegsführung neue Taktiken und Waffen einsetzt.

-red-


10.07.2018

China: Zwei neue Zerstörer

Am 3. Juli 2018 wurden in der Werft von Dalian (Nordosten Chinas) zwei Zerstörer der Klasse 055 A zu Wasser gelassen.

Die Zerstörer-Klasse 055 A hat eine Verdrängung von 13.000 Tonnen und ist damit schon im Bereich der amerikanischen Ticonderoga-Klasse (Lenkwaffenkreuzer). Der chinesische Schiffstyp verfügt über 112 vertikale Starter, von denen verschiedene Raketen abgefeuert werden können. Die besondere Stärke liegt in der Luft- und U-Boot-Abwehr. Auch Seeziele können bekämpft werden. Die Klasse 055 A soll hauptsächlich den Flugzeugträgerkampfgruppen zugeteilt werden.

-nt-


09.07.2018

Ungarn: Beschaffung von H145M-Helikoptern

Das ungarische Verteidigungsministerium hat ein Kaufangebot für 20 Stück H145M-Helikopter des europäischen Herstellers Airbus Helicopters gestellt.

Die Beschaffung erfolgt im Zuge des Modernisierungsprogrammes „Zrinyi 2026“. Airbus wird den ungarischen Luftstreitkräften neben den Helikoptern auch ein weitreichendes Ausbildungs- und Unterstützungsprogramm anbieten.

Der H145M hat ein Abfluggewicht von 3,7 Tonnen und zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, wie Truppentransport, Überwachung, Luftrettung und Aufklärung. Die ungarischen Helikopter werden unter anderem mit Abseilsystemen, Kameras und ballistischen Schutzfunktionen ausgerüstet sein. Außerdem wird das „HForce“-System Teil der Ausstattung sein. Dieses ermöglicht Ungarn eine Reihe von ballistischen und selbstzielsuchenden Boden-Luft- und Luft-Luft-Raketen mit der neuen Helikopter-Flotte einzusetzen.

-red-


06.07.2018

Südkorea: Neue Seefernaufklärer

Südkorea hat sich für die Beschaffung von sechs Boeing P-8A „Poseidon“-Flugzeugen zur Seeüberwachung und U-Boot-Bekämpfung entschieden.

Die P-8A wird seit 2011 in Serie gefertigt. Neben den USA verfügen Indien, Großbritannien und Australien über diesen Seefernaufklärer.

-nt-