Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

17.12.2018

Japan: Erstmals Frauen als U-Boot-Besatzung

Die Maritimen Selbstverteidigungskräfte Japans wollen erstmals Frauen als Mitglieder von U-Boot-Besatzungen zulassen.

Der Frauenanteil bei den japanischen Seestreitkräften ist sehr gering. Bis vor Kurzem durften nur Männer Teil von U-Boot-Besatzungen sein. Ein Personalmangel in allen Bereichen der japanischen Streitkräfte dürfte nun ein Umdenken eingeleitet haben. 2018 haben die Maritimen Selbstverteidigungskräfte nur 80 Prozent der nötigten Rekruten anwerben können. Grund hierfür ist unter anderem die sinkende Geburtenrate in Japan.

Ein Problem bei der Werbung für den Dienst in U-Booten ist die geringe Größe, die kaum Privatsphäre zulässt. Drei Boote sollen nun umgerüstet werden und eigene Abteilungen für Frauen erhalten. Bis 2023 will Japan einen Anteil von mindestens sechs Frauen (knapp 10% der Besatzung) an Bord von Unterseebooten haben.

-red-


14.12.2018

Großbritannien: Investitionen in U-Boot-Programm

Die British Royal Navy investiert rund 450 Millionen Euro in das „Dreadnought“-U-Boot-Programm und eröffnet eine dazugehörige Akademie.

Mit dem Geld werden Arbeitsstellen im atomaren U-Boot-Programm für die nächsten 20 Jahre gesichert. Die Akademie ist speziell für die U-Boot-Programme „Dreadnought“ und „Astute“ zugeschnitten. In ihr sollen Fähigkeiten und Wissen an rund 2.500 Mitarbeiter des U-Boot-Programmes pro Monat vermittelt werden. Außerdem gab der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson bekannt, dass das nächste atomare U-Boot der „Dreadnought“-Klasse den Namen HMS „Valiant“ erhält. Großbritannien will vier Stück des Atom-U-Bootes mit ballistischen Raketen bauen. Sie sollen ab 2028 die U-Boote der „Vanguard“-Klasse ersetzen.

-red-


14.12.2018

Deutschland: Rüstungsprojekte der Bundeswehr mit Verspätung

Die großen Rüstungsvorhaben der Deutschen Bundeswehr haben lange Verzögerungen und höhere Kosten als angenommen.

Aus dem neuen Rüstungsbericht (Dezember 2018) des Deutschen Verteidigungsministeriums geht hervor, dass die 19 wichtigsten Rüstungsprojekte der Bundeswehr durchschnittlich mehr als fünf Jahre später fertig werden und zusammen 13,4 Milliarden Euro teurer als ursprünglich geplant sind. Durchschnittlich 62 Monate sind die Vorhaben verspätet.

Ein Problemfall ist das Transportflugzeug A400: Ab 2021 wird es elf Jahre und sieben Monate in Verzug sein, beim Kampfflugzeug Eurofighter sollen es sogar zwölf Jahre und neun Monate sein. Die Verzögerungen beziehen sich unter anderem auf die Entwicklung, Ausstattung und Auslieferung der Fahrzeuge. Eine Ursache für die erhöhten Kosten sind Nachbesserungswünsche der Bundeswehr sowie durch die Hersteller verursachte Mehrkosten.

-red-


13.12.2018

Indien: Flugzeugträger ab 2020 in Erprobung

Indiens erster eigenproduzierter Flugzeugträger, die INS „Vikrant“, soll ab 2020 Werftprobefahrten unternehmen.

Derzeit wird der Flugzeugträger in der Werft von Cochin, Indiens größter Werftanlage, fertiggestellt. Der Bau der „Vikrant“, die ursprünglich bereits Ende 2018 in den Dienst gestellt werden sollte, begann 2009. Das Schiff hat eine Verdrängung von 40.000 BRT und eine Besatzung von 1.500 Mann. Es ist mit dem STOBAR-System („Short Take Off But Arrested Recovery“) ausgerüstet. Trägerflugzeuge starten mithilfe einer Sprungschanze und werden beim Landen durch Rückhalteseile gebremst. Auf dem Schiff sollen in Zukunft Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29K/HAL Tejas sowie Hubschrauber vom Typ Sea King/HAL Dhruv stationiert werden.

-nt-


12.12.2018

Neuseeland: Armee erklärt Klimawandel zum Feind

Die neuseeländische Armee erklärte den Klimawandel zu einem ihrer „ärgsten Gegner“.

Grund dafür dürften die Folgen der globalen Erwärmung auf das Land sein, die zu zusätzlichen Einsätzen und beanspruchten Kapazitäten der Streitkräfte durch Wetterextreme führen könnten. So lautet die Beurteilung des neuseeländischen Verteidigungsministers. Die Armee wird deshalb vermutlich statt traditionellen Militäreinsätze mehr humanitäre Hilfseinsätze auf benachbarten Pazifikinseln leisten müssen.

Der Klimawandel hat heute bereits negative Auswirkungen auf Neuseeland und seine Nachbarländer. Der Pazifikstaat will nun konkret reagieren und Investitionen an die neue Lage anpassen. Es wird vermutet, dass Neuseeland damit auch „Soft Power“, also Ansehen bei den Nachbarstaaten, gewinnen will. Ein Konkurrent im Pazifik ist China, das einen Expansionskurs betreibt, was zu Spannungen zwischen beiden Nationen führen könnte.

-red-

Weiterführende Informationen:

Neuseelands Armee sieht Klimawandel als Feind (Artikel/dw.com)


11.12.2018

Nordkorea/Südkorea: Taktische Straße und Eisenbahnverbindung

Nordkorea und Südkorea deeskalieren und rüsten weiter ab. Aus diesem Grund soll eine „taktische Straße“ zur Übergabe von Überresten und Ausrüstung gefallener Soldaten aus dem Koreakrieg angelegt werden.

Pioniere beider Seiten haben deshalb damit begonnen einen drei Kilometer langen Weg in der demilitarisierten Zone im Gebiet von Cheorwon anzulegen. Außerdem untersuchen sie die Möglichkeit der Wiederherstellung einer Eisenbahnverbindung. Zu diesem Zweck wurde eine Ausnahme von den UN-Sanktionen erwirkt, damit rollendes Material und Treibstoff zu Testzwecken von Südkorea nach Nordkorea geliefert werden können. Weiters soll die Modernisierung des nordkoreanischen Eisenbahnnetzes mit südkoreanischer Hilfe durchgeführt werden. Zu diesem Zweck wird ein südkoreanischer Testzug, bestehend aus einer Diesellokomotive und sechs Waggons, 18 Tage lang das Schienennetz von Nordkorea befahren.

-nt-


10.12.2018

Estland: Neue Sturmgewehre

Die estnische Armee erhält insgesamt 16.000 neue Sturmgewehre vom amerikanischen Waffenhersteller Lewis Machine & Tool.

Die vollautomatischen Sturmgewehre werden das Kaliber 5,56 und 7,62 mm haben, die genauen Modelle sind noch unbekannt. Die Armee erhält die Waffen, die circa 22 Millionen Euro kosten werden, zwischen 2019 und 2021. Derzeit nutzt das baltische Land Sturmgewehre vom Typ IMI „Galil“ und AK4 (lizensierte G3-Version). Der Rüstungskonzern Lewis Machine & Tool hat unter anderem bereits die britische Armee mit dem halbautomatischen Gewehr L129A1 „Sharpshooter“ ausgerüstet.

-red-


08.12.2018

USA: Tausende neue Mehrzweckfahrzeuge

Die amerikanischen Streitkräfte beschaffen insgesamt 6.107 geschützte Mehrzweckfahrzeuge, sogenannte Joint Light Tactical Vehicle, der Firma Oshkosh.

Das Beschaffungsvorhaben wurde im November 2018 beschlossen und hat einen Wert von ca. 1,5 Milliarden Euro. Die Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) sollen in Zukunft die meisten derzeit verwendeten „Humvee“ ersetzen. Vier Ausführungen des Fahrzeuges werden gekauft: eine Mehrzweckvariante, ein schwerer Waffenträger, eine Nahkampfvariante und eine leichte Geländevariante („Utility“). Die gegen Minen und Hinterhalt geschützten Fahrzeuge haben, ähnlich wie der „Humvee“, zwei bis vier Mann Besatzung (plus ein Bordschütze). Zur Bewaffnung zählen Maschinengranatwerfer, schwere Maschinengewehre und Panzerabwehrlenkwaffen. Auch europäische Länder, wie etwa Litauen, nutzen Fahrzeuge von Oshkosh.

-red-

Weiterführende Informationen:

Litauen: Geschützte Mehrzweckfahrzeuge für Streitkräfte 

Fahrzeugportrait: Up gunning Stryker and Oshkosh JLTV (englisch) 


07.12.2018

Deutschland: Ersatz für UH-1D „Huey“

Der Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1D „Huey“ wird nach über 50 Jahren Einsatz bei der Deutschen Bundeswehr durch den Airbus H145M ersetzt.

Die Bundeswehr erhielt ihren ersten „Huey“ 1966. Insgesamt unterhielten die deutschen Streitkräfte eine Flotte von 352 Stück. Mit dem leichten Mehrzweckhubschrauber werden unterschiedliche Aufgaben, wie etwa Such- und Rettungsflüge, Ausbildung und Transport, durchgeführt. Ab 2020 wird der Hubschrauber durch den H145M von Airbus Helicopters ersetzt. Die Hubschrauberflotte wird um etwa 156 Millionen Euro modernisiert.

Der „Huey“ ist vielen aus dem Vietnamkrieg, wo er zum ersten Mal eingesetzt wurde, bekannt. In den vergangenen 60 Jahren hat der Hubschrauberhersteller Bell Helicopters über 16.000 Stück des leichten Mehrzweckhubschraubers produziert.

-red-


07.12.2018

Japan: 100 zusätzliche F-35

Die japanische Regierung überlegt 100 weitere F-35-Kampfflugzeuge von den USA um insgesamt 7,75 Milliarden Euro zu beschaffen.

Japan hat 2011 bereits 42 Stück des „Fifth Generation Fighter Jet“ der Vereinigten Staaten um etwa acht Milliarden Euro erworben, die seit 2016 kontinuierlich ausgeliefert werden. Mit 100 weiteren Flugzeugen würde Japan der größte Nutzer der F-35 nach den USA sein. Außerdem überlegt der Inselstaat seinen Hubschrauberträger „Izumo“ aufzurüsten, um den Transport und Start von Kampfflugzeugen zu ermöglichen. Hierzu müsste unter anderem das Flugdeck hitzebeständig gemacht werden.

-nt-