Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sicherheitsrelevanten Themen aus der ganzen Welt, von anderen Armeen, weiterführende Inhalte mit Bezug zum Militär und Kurzmeldungen zur internationalen Sicherheitspolitik.

24.06.2019

China: Neues Anti-Stealth-Marineradar

Für die Entwicklung eines neuen Marineradars haben die Wissenschaftler Liu Yongtan und Qian Qihu den Staatspreis für Wissenschaft und Technologie erhalten.

Das Radar arbeitet mit hochfrequenzmagnetischen Wellen. Durch den Langwellenbereich und den breiten Suchkegel ist das Gerät in der Lage Schiffe und Flugzeuge über hunderte Kilometer und bei jedem Wetter zu erfassen. Herkömmliche Radarwellen operieren mittels einer geraden Linie, das chinesische Marineradar arbeitet entlang der Meeresoberfläche und ist damit fähig auch Objekte hinter dem Horizont zu erkennen.

Durch die Nutzung des Langwellenbereiches lassen sich selbst Tarnkappenflugzeuge entdecken. Die gegenwärtige Stealthtechnologie, die bei Kampfflugzeugen und Schiffen angewendet wird, basiert auf der Annahme, dass Objekte von herkömmlichen Radarstrahlen des Mikrowellenbereiches erfasst werden. Gegen Radarstrahlen im Langwellenbereich existiert jedoch noch kein Schutz.

Eine weitere Eigenschaft des neuen Marineradars ist seine Immunität gegenüber Radarwaffen. Die Antennen der Antiradarwaffen sind nicht groß genug, um den weiten Kegel bis zur Strahlungsquelle zu erfassen und ihre Geschoße ins Ziel zu bringen.

Das neue Marineradar wird gegenwärtig als Landversion eingesetzt, mit dem eine tiefe Radarabwehrstellung entlang der Küste aufgebaut wird. An der Ausrüstung von Kampfschiffen mit dem neuen Radarsystem wird zur Zeit gearbeitet.

-nt-


22.06.2019

Indien: Marine lehnt Übernahme von U-Boot ab

Die indische Marine hat die Übernahme des zweiten U-Bootes der „Scorpene“-Klasse, der INS „Khanderi“, wegen schwerer technischer Mängel abgelehnt.

Bei Testfahrten kam es zu einer Reihe von Problemen, die eine Indienststellung unmöglich machten. Schon während des Baus wurden mehrere gravierende Mängel festgestellt, die die Erstauslieferung um insgesamt fünf Jahre verzögerten.

Durch die nicht erfolgte Übernahme des U-Bootes dürfte sich die Abwicklung des gesamten Programmes um ein weiteres Jahr verzögern. Eines der Hauptprobleme der INS „Khanderi“ betrifft die große Lärmentwicklung der Maschine und des Propellers.

Das dritte U-Boot der „Scorpene“-Klasse, die INS „Karanj“, hat inzwischen mit ersten Testfahrten begonnen. Bis dato ist unklar, ob das Unterwasserschiff mit denselben Problemen zu kämpfen hat.

-nt-


19.06.2019

Frankreich: Startschuss für neuen europäischen Kampfjet

Die Verteidigungsminister von Deutschland, Frankreich und Spanien haben am 17.06.2019 auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris ein vorläufiges Modell des neuen europäischen Kampfjets FCAS (Future Combat Air System) vorgestellt und ein Rahmenabkommen geschlossen.

Der neue Stealth-Jet wird Teil des Kampfjetsystems FCAS (Future Combat Air System) sein, das zusätzlich aus Remote Carriers (unbemannten Drohnen) und Combat Clouds besteht. Der Systemverbund soll ab 2040 zum Einsatz kommen und wird mit Beschaffung und Betrieb insgesamt 100 Milliarden Euro kosten.

Die Entwicklung findet unter der Federführung von Airbus und Dassault Aviation statt. Sie soll einen modernen Ersatz für alte Tornado-, Eurofighter- und Rafale-Maschinen schaffen.

-red-

Ausführliche Informationen zum neuen Kampfjetsystem FCAS sind unter folgenden Links abrufbar:

FAZ: Europas künftiges Kampfflugzeug nimmt Formen an

Handelsblatt: Startschuss für den Eurofighter-Nachfolger

Wirtschaftswoche: Der weite Weg zum neuen Kampfjet

Welt: Bei Europas neuem Kampfjet ist noch vieles unklar

Welt: Europas Super-Kampfjet soll der größte Feind des Radars werden


18.06.2019

Indien: Marineinfanteriebataillone entdeckt

Die indische Aufklärung hat festgestellt, dass Pakistan im Gebiet von Sir Creek zwei Marineinfanteriebataillone neu stationiert hat und zusätzlich die militärische Infrastruktur vor Ort ausbaut.

Des Weiteren konnte die Anlieferung von Gerät und Fahrzeugen beobachtet werden.

Sir Creek ist ein umstrittenes Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan. Mit der Stationierung von größeren militärischen Kräften will Pakistan augenscheinlich den strategisch wichtigen Hafen von Gwadar schützen.

Gwadar wird derzeit mit chinesischer Unterstützung ausgebaut und soll künftig ein wichtiger Knotenpunkt für die neue Handelsstraße nach Westchina werden.

-nt-


18.06.2019

Indien: Neu entwickeltes Sturmgewehr

Die indische Armee testet derzeit ein im Inland entwickeltes Sturmgewehr, mit dem um die Ecke geschossen werden kann.

Das „Trikaal Corner Shot Weapon“-System, das von Armament Research & Development Establishment (ARDE) entwickelt wurde, besteht aus Composite Material und kann mit Munition des Kalibers 5,56 und 7,62 bestückt werden.

Mit dem Gewehr ist ein Soldat in der Lage aus einem Winkel von 90 Grad auf den Feind zu wirken.

„Corner Shot Weapons“ wurden erstmals in Israel für die israelische Armee zum Kampf im verbauten Gebiet entwickelt.

-nt-


17.06.2019

Frankreich: Gemeinsame Luftwaffenübung

Ab 1. Juli 2019 findet in Frankreich eine gemeinsame Luftwaffenübung der französischen und indischen Luftstreitkräfte statt.

Das Manöver trägt den Namen „Garuda“ und wird insgesamt zwei Wochen dauern. Dabei wird es zu Luftkämpfen zwischen französischen „Rafale“ und indischen Su-30-Kampfflugzeugen kommen. Die Inder nehmen dabei wertvolle Erfahrungswerte über das Verhalten der „Rafale“ mit, die in Kürze auch beim indischen Militär eingeführt wird.

Ab September 2019 sollen die ersten von insgesamt 36 „Rafale“ in Indien eintreffen und in Dienst gestellt werden.

-nt-


17.06.2019

China: Großmanöver der Luftwaffe

Anfang Juni 2019 führte die Heeresgruppe Süd ein umfangreiches Luftmanöver durch.

Geübt werden rollende Einsätze und das schnelle Aufrüsten von Kampfflugzeugen. Die Übung wurde vorrangig mit J-10-Kampfflugzeugen durchgeführt.

Die J-10 ist ein Mehrzweckkampfflugzeug und seit 2005 im Dienst der chinesischen Luftwaffe. Die Einsatzgeschwindigkeit des Jets liegt zwischen 1,2 und 1,5 Mach. Das Flugzeug wurde bislang nur Pakistan zum Export angeboten.

-nt-


17.06.2019

China: Neues Geländefahrzeug im Test

mt:Die chinesische Volksbefreiungsarmee testet derzeit ein taktisches geländegängiges Fahrzeug der „Humvee“-Klasse.

Der Fahrzeuginnenraum ist gegen Beschuss von Infanteriewaffen bis zu einem Kaliber von 7,62 mm geschützt. Das Fahrzeug zeichnet sich besonders durch seine guten Offroadeigenschaften aus und kann zusätzlich mit schwereren Infanteriewaffen ausgerüstet werden.

Die Urversion des High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (HMMWV; „Humvee“) wurde 1985 für die US-Armee entwickelt. „Humvees“ sind mit einem 8-Zylinder-Dieselmotor ausgestattet und können mit 113 km/h auf befestigten Straßen sowie mit 40 km/h im Gelände bewegt werden.

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17.06.2019

Indien: Missglückter Scramjet-Test

Am 12. Juni 2019 schlug der erste Testflug eines indischen Scramjets fehl.

Der Versuch fand im Testgebiet Dr. Abdul Kalam statt. Eine „Agni“-1 Rakete sollte den Scramjet auf eine Höhe von 30 bis 40 km bringen, auf der das Triebwerk aktiviert und eine Fluggeschwindigkeit von Mach 6 erreicht werden sollte.

Nach dem Start der Rakete ging diese jedoch in einen unkontrollierbaren Flugzustand über. Der Test musste daraufhin abgebrochen werden.

Bei einem Scramjet handelt es sich um ein Staustrahltriebwerk mit Überschallverbrennung. Dabei erfolgt die Kompression der Luft im Verbrennungsraum lediglich durch Ausnutzung der hohen Strömungsgeschwindigkeit innerhalb eines verengenden Einlaufes.

-nt-


17.06.2019

Japan: Suche nach abgestürzter F-35 endgültig eingestellt

Nach den USA haben nun auch die japanischen Selbstverteidigungskräfte die Suche nach dem im Pazifik abgestürzten F-35A-Kampfflugzeug aufgegeben.

Am 9. April 2019 war der Jet im Zuge einer Übung 30 Minuten nach dem Start in Misawa aus bisher ungeklärten Umständen ins Meer gestürzt. Bei der Suche konnten nur einige Flugzeugteile gefunden werden. Der Rest des Flugzeuges und der Pilot blieben bis heute verschwunden. Gegenwärtig werden die Daten der drei anderen F-35A ausgewertet, die ebenfalls bei der Übung teilgenommen haben, um mögliche Erkenntnisse über die Absturzursache zu erhalten. Keiner der beteiligten Piloten konnte den Absturz der Maschine beobachten.

Einige Militärs fordern nun eine Verbesserung der Ausbildung der F-35A-Piloten. Bei der japanischen F-35-Staffel kam es bereits vor dem Unglück zu zwei Zwischenfällen mit der abgestürzten Maschine. Es handelte es sich dabei um ein technisches Problem und einen Pilotenfehler, beide Male kam es zu einer Notlandung.

Im letzten Funkspruch des abgestürzten Piloten teilte dieser mit, dass er die Übung abbrechen müsse. Er gab jedoch keine Gründe an. Vermutlich verschlimmerte sich seine Lage derartig schnell, dass er keine Chance zu einem Notausstieg hatte.

Trotz der ungeklärten Umstände ist davon auszugehen, dass der Flugbetrieb in nächster Zukunft wiederaufgenommen wird.

-nt-